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Pakistan arbeitet an einem Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte, stößt dabei jedoch auf religiöse Vorbehalte. Bilal bin Saqib, Vorsitzender der Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority (PVARA), plädiert deshalb für eine breitere Debatte darüber, wie unterschiedliche Formen digitaler Vermögenswerte nach islamischem Recht einzuordnen sind.
Sein Vorstoß folgt auf ein Gespräch mit dem einflussreichen islamischen Gelehrten Mufti Taqi Usmani. Anlass war eine jüngst veröffentlichte Fatwa, ein religionsrechtliches Gutachten, in dem die Nutzung von Kryptowährungen für Zahlungen, darunter Stablecoins wie USDT, als unzulässig eingestuft wurde.
Nach Angaben Saqibs ging es in dem Gespräch nicht nur um Blockchain-Technologie, sondern auch um Stablecoins, tokenisierte reale Vermögenswerte (RWAs) und den Schutz von Verbrauchern vor Betrug, Ausbeutung und finanziellen Schäden.
Er betont, dass nicht alle digitalen Vermögenswerte nach denselben Maßstäben bewertet werden können.
Blockchain, digitale Vermögenswerte, Stablecoins und tokenisierte reale Vermögenswerte stehen für ein breites Spektrum an Technologien und Anwendungsfällen.
Nach Ansicht Saqibs erfordert jede Anwendung eine eigene technische und religiöse Bewertung. Digitale Vermögenswerte sollten daher nicht unter ein pauschales religionsrechtliches Urteil fallen.
Die Diskussion kam in Gang, nachdem die pakistanische Zeitung Dawn berichtet hatte, dass Mufti Taqi Usmani gemeinsam mit fünf weiteren islamischen Gelehrten eine Fatwa erlassen habe. Das religionsrechtliche Gutachten stammt von Jamia Darul Uloom Karachi, einer der größten und einflussreichsten islamischen Bildungseinrichtungen Pakistans.
Der Fatwa zufolge sind Käufe mit Kryptowährungen, darunter Stablecoins wie USDT, nicht erlaubt. Die Gelehrten argumentieren, dass diese digitalen Token nach ihrer Auslegung des islamischen Rechts nicht die Voraussetzungen erfüllen, um als anerkanntes Eigentum oder Vermögen zu gelten.
Saqib widersprach dieser Einschätzung nicht direkt. Er rief jedoch islamische Gelehrte, Aufsichtsbehörden und Vertreter der Kryptobranche dazu auf, den Dialog fortzusetzen. Aus seiner Sicht ist es entscheidend, zwischen verschiedenen Arten digitaler Vermögenswerte und ihren jeweiligen Anwendungen zu unterscheiden.
Die religiöse Debatte fällt in eine Phase, in der Pakistan zugleich weitreichende Schritte zur Regulierung der Kryptobranche unternimmt.
Im März trat der Virtual Assets Act 2026 in Kraft. Damit wurde die PVARA offiziell für die Lizenzvergabe und die Aufsicht über Anbieter virtueller Vermögenswerte zuständig.
Am 15. April teilte die State Bank of Pakistan anschließend mit, dass Banken wieder Konten für von der PVARA lizenzierte Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASPs) eröffnen dürfen. Damit endete eine Beschränkung, die acht Jahre lang gegolten hatte.
Mit diesen Maßnahmen will Pakistan Innovationen im Bereich Blockchain und digitale Vermögenswerte fördern und zugleich religiöse sowie gesellschaftliche Auffassungen berücksichtigen. Das ist ein zentraler Faktor in einem Land, in dem laut Volkszählung von 2023 mehr als 96 Prozent der rund 232 Millionen Einwohner Muslime sind.
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