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Die Sicherheit von Decentralized Finance (DeFi) steht erneut stark unter Druck. Manuel Araoz, CEO des Blockchain-Sicherheitsunternehmens OpenZeppelin, warnte am Mittwoch, dass er mittlerweile „alle“ DeFi-Plattformen für unsicher hält. Seiner Meinung nach werden Hacker und Programmierer immer besser darin, Schwachstellen zu finden, was auch auf die rasche Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) zurückzuführen ist.

DeFi ist ein Sammelbegriff für Finanzdienstleistungen auf der Blockchain, wie Kredite, Sparen und Handel ohne die Einmischung von Banken. Obwohl der Sektor jahrelang stark wuchs, nehmen die Sicherheitsbedenken immer weiter zu.

Über 1 Milliarde Dollar durch DeFi-Hacks verloren

Laut Daten von DeFiLlama gingen in den letzten zwölf Monaten über 1,1 Milliarden Dollar durch Hacks und Exploits in DeFi-Projekten verloren. Gleichzeitig sank der Gesamtwert, der in DeFi-Protokollen gebunden ist, seit Anfang dieses Jahres um mehr als 20 Milliarden Dollar.

Eines der größten Vorfälle ereignete sich im April, als Kelp DAO von einem Exploit in Höhe von etwa 292 Millionen Dollar betroffen war. Dabei wurde deutlich, wie anfällig sogenannte Cross-Chain-Infrastrukturen sein können. Das sind Systeme, die verschiedene Blockchains miteinander verbinden.

Auch kleinere Projekte haben Schwierigkeiten, sich von Cyberangriffen zu erholen. Das auf Solana basierende Step Finance stellte Anfang dieses Jahres den Betrieb ein, nachdem ein Hack über 27 Millionen Dollar großen Schaden angerichtet hatte.

KI erhöht Risiken für Krypto-Sektor

Die Aussagen von Araoz folgen kurz nachdem das KI-Unternehmen Anthropic verkündete, dass sein experimentelles KI-Modell Claude Mythos eigenständig Softwarelücken erkennen und sogar funktionierende Exploits entwickeln kann. Laut Anthropic übertrifft das Modell dabei bestehende automatisierte Sicherheitswerkzeuge.

Das sorgt für neue Bedenken in der Kryptowelt. Viele Sicherheitssysteme in DeFi sind nämlich darauf ausgelegt, menschliche Hacker abzuwehren. KI-Systeme können jedoch viel schneller große Mengen an Code analysieren und Schwachstellen entdecken.

Open-Source-Smart-Contracts als mögliche Schwachstelle

Die meisten DeFi-Plattformen basieren auf Open-Source-Software. Das bedeutet, dass der Code öffentlich zugänglich ist und von jedem eingesehen werden kann. Jahrelang wurde diese Transparenz als großer Vorteil der Blockchain-Technologie betrachtet.

Experten zufolge könnte diese Offenheit im KI-Zeitalter jedoch ein Risiko darstellen. Fortgeschrittene KI-Modelle könnten öffentliche Smart Contracts automatisch auf Schwachstellen scannen und diese schneller ausnutzen, als Entwickler Sicherheitsupdates durchführen können.

Die Warnung von OpenZeppelin verdeutlicht, wie groß die Unsicherheit derzeit im Bereich der Decentralized Finance ist. Während DeFi einst als sicheres und transparentes Alternativmodell zu traditionellen Finanzsystemen präsentiert wurde, wächst nun die Sorge, dass Künstliche Intelligenz den Sektor anfälliger macht als je zuvor.

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