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Acht von zehn Krypto-Börsen in Europa werden die MiCA-Frist nicht einhalten. Diese Warnung kommt von OKX-Europa-Chef Erald Ghoos. Ab dem 1. Juli dürfen Plattformen ohne Lizenz keine europäischen Kunden mehr bedienen. Dies könnte gravierende Folgen für alle Nutzer haben.

Markt nicht bereit für 1. Juli

Die Lage ist laut Ghoos besorgniserregend. In einem Interview mit The Block erklärt er, dass 60 Prozent der europäischen Kryptonutzer Plattformen ohne MiCA-Lizenz nutzen. Viele dieser Anbieter hätten seiner Meinung nach „keine Möglichkeit, eine zu erhalten“.

Früher musste eine Krypto-Plattform in jedem EU-Land separat eine Lizenz beantragen, um dort Kunden bedienen zu dürfen. Das änderte sich mit MiCA, dem ersten großen europäischen Gesetz, das Krypto in allen Mitgliedsstaaten einheitlich regelt.

Seitdem die Regelungen Ende Dezember 2024 in Kraft traten, reicht eine Lizenz aus. Wer diese bei einer nationalen Aufsichtsbehörde erwirbt, kann damit in der gesamten EU tätig werden.

Bestehende Unternehmen erhielten jedoch Zeit zur Anpassung. Die Mitgliedsstaaten konnten ihnen eine Übergangsfrist von maximal 18 Monaten gewähren. Diese großzügige Regelung läuft nun schnell ab.

„Das Argument der Übergangsbestimmungen ist weitgehend erschöpft. 20 der 27 EU-Mitgliedstaaten haben ihre nationalen Übergangsfristen bereits überschritten“, so Ghoos. „Am 1. Juli schließt sich das Fenster vollständig. Unternehmen im ESMA-Register können weitermachen. Unternehmen, die nicht darauf stehen, können das nicht.“

Über 200 Anbieter schaffen es

Seit dem 18. Juni haben mehr als 200 Anbieter eine vollwertige CASP-Lizenz, die offizielle MiCA-Lizenz. OKX erhielt diese über Malta, das mit 15 Lizenzinhabern zu einer beliebten Basis geworden ist. Deutschland führt mit 57 Lizenzen, gefolgt von den Niederlanden mit 26.

Auch große Namen wie Coinbase (über Luxemburg) und Kraken (über Irland) sind abgesichert. Auch Ripple, das Unternehmen hinter XRP, erhielt diese Woche eine vorläufige Genehmigung aus Luxemburg.

Binance ist der größte Name, der es noch nicht geregelt hat. In den Medien war sogar zu hören, dass der MiCA-Antrag in Griechenland voraussichtlich abgelehnt wird, obwohl die Börse selbst behauptet, alle Anforderungen zu erfüllen.

Nicht alle an der Spitze haben es im Griff. Binance, nach Volumen die größte Börse der Welt, könnte ab dem 1. Juli gezwungen sein, seine europäischen Dienste einzustellen. Es besitzt nämlich immer noch keine Lizenz und

Kleinere, aber gesündere Markt

Ghoos sieht die Ausdünnung als Beweis, dass das System funktioniert. „Was auf der anderen Seite übrig bleibt, ist kleiner, aber strukturell gesünder“, sagt er. Die Börsen, die überleben, hätten eine Lizenz als Fundament betrachtet und nicht als Frist, die zu jagen ist.

Sein Rat an die Nutzer: Prüfen Sie Ihr Plattform gegen das ESMA-Register und transferieren Sie Ihre Bestände vor dem 1. Juli. Wer bis zum 2. Juli wartet, riskiert plötzlich eingefrorene Auszahlungen, wenn eine Plattform abrupt dicht macht.

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