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Die Intercontinental Exchange (ICE), die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange (NYSE), wird mit der Kryptobörse OKX zusammenarbeiten, um an Ölpreise gebundene Perpetual Futures einzuführen. Mit diesem Schritt bringen beide Parteien die traditionellen Energiemärkte näher an den Kryptosektor heran.
OKX gab bekannt, dass es Perpetual Futures basierend auf den Brent-Öl- und West Texas Intermediate (WTI)-Benchmarks von ICE anbieten wird. Diese Benchmarks gehören weltweit zu den wichtigsten Indikatoren für den Ölpreis.
Die neuen Handelsprodukte ermöglichen es, auf steigende oder fallende Ölpreise zu spekulieren, ohne tatsächlich Öl zu kaufen oder zu besitzen. Die Abwicklung der Kontrakte erfolgt auf Basis der offiziellen Brent- und WTI-Preise von ICE, die in traditionellen Energiemärkten weit verbreitet sind.
Laut Trabue Bland, Senior Vice President Futures Exchanges bei ICE, eröffnet die Zusammenarbeit neue Möglichkeiten für Privatanleger. „Diese Produkte bieten OKX-Nutzern Zugang zu globalen Energie-Benchmarks über transparente und liquide Märkte“, so Bland.
Die Perpetual Futures werden nur in Ländern verfügbar sein, in denen OKX eine Lizenz zur Bereitstellung dieser Produkte besitzt.
Perpetual Futures, auch „Perps“ genannt, sind Derivatekontrakte, die es Händlern ermöglichen, auf Preisbewegungen eines Investments wie Bitcoin, Öl oder Erdgas zu spekulieren.
Der wesentliche Unterschied zu traditionellen Futures besteht darin, dass Perpetual Futures kein festes Ablaufdatum haben. Dadurch können Händler ihre Position unbegrenzt offen halten, solange sie über ausreichende Sicherheiten verfügen.
Diese Form des Tradings hat in den letzten Jahren aufgrund der hohen Liquidität und der Möglichkeit, mit Hebelwirkung zu handeln, innerhalb der Kryptobranche enorm an Beliebtheit gewonnen.
OKX ist nicht die einzige Kryptobörse, die auf rohstoffbezogene Derivate setzt. Binance führte Anfang des Jahres bereits Perpetual Futures ein, die an Brent-Öl, WTI-Öl und Erdgas gekoppelt sind. Auch Bybit lancierte vergleichbare Produkte für Öl und andere Rohstoffe.
Das Interesse an diesem Markt nahm während Phasen erhöhter Volatilität auf dem Ölmarkt deutlich zu. Besonders die geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus führten kürzlich zu starken Schwankungen im Ölpreis und erhöhten Handelsvolumen.
Neben zentralisierten Kryptobörsen wächst auch der Markt für dezentrale Derivateplattformen schnell. Hyperliquid entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Akteur im Bereich des Perpetual Tradings.
Im ersten Quartal 2026 erzielte Hyperliquid ein Handelsvolumen von rund 500 Milliarden Dollar. Damit kam die Plattform gemessen am Volumen an die Seite großer Namen wie Binance und OKX heran.
Laut Angaben von Hyperliquid gehören Brent-Ölkontrakte derzeit zu den fünf meistgehandelten Märkten auf der Plattform, mit einem täglichen Handelsvolumen von etwa 352 Millionen Dollar.
Der schnelle Aufstieg dezentraler Handelsplattformen sorgt gleichzeitig für zunehmende Bedenken bei traditionellen Finanzinstitutionen.
Laut Berichten forderten ICE und die Chicago Mercantile Exchange (CME) kürzlich US-amerikanische Regulierungsbehörden auf, strengere Maßnahmen gegen Hyperliquid zu ergreifen.
Die Unternehmen befürchten, dass der weitgehend anonyme und unregulierte Charakter solcher Plattformen Risiken für wichtige Energiemärkte wie Öl und Gas darstellen könnte. Zudem besteht die Sorge, dass diese Plattformen genutzt werden könnten, um internationale Sanktionen zu umgehen.
Mit der Zusammenarbeit zwischen ICE und OKX verschwimmen die Grenzen zwischen traditionellen Finanzmärkten und Kryptomärkten weiter. Gleichzeitig intensiviert sich die Diskussion über Regulierung, Aufsicht und die Rolle von Krypto-Unternehmen auf den globalen Rohstoffmärkten.
Die Diskussion entfachte sich, nachdem Großbritannien am 26. Mai Sanktionen gegen Huobi Global S.A., das panamaische Unternehmen hinter HTX, verhängt hatte.
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