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Nvidia war in den vergangenen Jahren das Symbol der KI-Rally an der Wall Street. Doch der Glanz ist in den vergangenen Monaten deutlich verblasst. Der Chipkonzern verlor in weniger als zwei Monaten rund 1 Billion Dollar an Börsenwert. Damit ist die Bewertung der Aktie auf den niedrigsten Stand seit der Zeit vor dem großen KI-Hype gefallen.
Die Nachfrage nach Nvidias Chips für Rechenzentren bleibt hoch. Vor allem die leistungsstarken Grafikprozessoren, besser bekannt als GPUs, spielen bei künstlicher Intelligenz weiterhin eine zentrale Rolle.
Seit dem Rekordstand vom 14. Mai ist die Aktie jedoch um rund 16 Prozent gefallen. Anleger scheinen ihr Kapital nicht vollständig aus dem KI-Sektor abzuziehen, sondern richten den Blick verstärkt auf andere Chipwerte.
Davon profitieren vor allem Unternehmen aus den Bereichen Speicherchips und Datenspeicher. Micron Technology ist dafür ein klares Beispiel. Auch Konkurrenten wie Advanced Micro Devices und Intel verzeichneten in diesem Jahr starke Kursanstiege.
Damit ist Nvidia plötzlich nicht mehr der selbstverständliche Gewinner des KI-Hypes. Die Aktie zählte lange zu den beliebtesten Werten an der Wall Street, dient Investoren nun aber als Liquiditätsquelle für andere Chancen im Chipsektor.
Nach Daten von Bloomberg wird Nvidia derzeit mit etwa dem 18-Fachen des für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinns gehandelt. Für ein Unternehmen, das weiter kräftig wächst, ist das bemerkenswert niedrig.

Zuletzt war Nvidia Anfang 2019 so niedrig bewertet. Damals lag der KI-Boom, der den Aktienkurs später in extreme Höhen trieb, noch weit in der Zukunft.
Nach diesem Maßstab ist Nvidia damit sogar günstiger bewertet als der breite S&P 500. Dieser kommt auf mehr als das 20-Fache des erwarteten Gewinns. Der technologielastige Nasdaq 100 liegt bei knapp dem 23-Fachen.
Auf dem Papier wirkt das ungewöhnlich. Denn die Perspektiven für Nvidia sind keineswegs eingebrochen. Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die kommenden Quartale vielmehr angehoben.
Nach Einschätzung von Michael Bailey, Analysechef bei Fulton Breakefield Broenniman, hat sich vor allem die Marktstimmung verschoben. Gegenüber Bloomberg sagte er, das Interesse verlagere sich auf Unternehmen wie Micron, bei denen die Erwartungen zuvor sehr niedrig gewesen seien und die nun die Aufmerksamkeit auf sich zögen.
Trotz des Kursrückgangs bleiben viele Analysten für Nvidia optimistisch. Das Unternehmen dürfte in diesem Jahr innerhalb des S&P 500 das viertschnellste Umsatzwachstum erzielen. Dennoch ist die Aktie günstiger bewertet als rund die Hälfte der Unternehmen in diesem Index.
Das macht die Lage bemerkenswert. Nvidia wächst stärker als viele andere Großunternehmen, erhält dafür an der Börse derzeit aber weniger Anerkennung.
Randy Hare, Leiter Aktienanalyse bei Huntington Bank, hält die Aktie deshalb für unterbewertet. Aktien folgten am Ende den Gewinnen, sagte er. Nvidia bleibe aus seiner Sicht ein verlässlicher Wachstumswert.
Auch die Zahlen für die kommenden Jahre bleiben stark. Für das Geschäftsjahr 2027, das am 31. Januar endet, rechnen Analysten mit 393 Milliarden Dollar Umsatz und 228 Milliarden Dollar Gewinn. Das würde erneut ein enormes Wachstum bedeuten.
Von den 82 Analysten, die Bloomberg erfasst, raten nur drei zum Halten. Ein Analyst empfiehlt den Verkauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 302 Dollar. Vom aktuellen Niveau aus entspräche das einem Kursanstieg von mehr als 50 Prozent.
Die große Frage ist nun, ob Nvidia nach diesem Bewertungsrückgang erneut die Wende schafft. Bailey verweist darauf, dass die Aktie schon früher Phasen schnellen Bewertungsdrucks erlebt habe, auf die rasche Erholungen folgten.
Es sei eine schwierige Phase gewesen, doch solche Bewegungen habe es schon früher gegeben, sagte Bailey. Die Optimisten müssten nun vorerst Geduld mitbringen.
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