OpenAI schloss unerwartet einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium ab. Die Reaktion war verheerend. Die Reaktion war vernichtend. Die Anzahl der Deinstallationen von ChatGPT stieg an einem Tag um fast 300 % und die 1-Stern-Bewertungen nahmen um über 700 % zu.
Der Konkurrent Claude von Anthropic kletterte auf den ersten Platz im US-App-Store. CEO Sam Altman bezeichnet den Schrit
t im Nachhinein als „opportunistisch und unüberlegt“.
Was geschah zwischen OpenAI und dem Pentagon?
OpenAI schloss Ende letzter Woche unerwartet eine Vereinbarung mit dem Pentagon ab. Diese zeitliche Abstimmung sorgte für Aufregung, da Anthropic zuvor ebenfalls in Gesprächen mit dem Verteidigungsministerium war.
Die Zusammenarbeit drehte sich um den Einsatz von KI-Modellen in gesicherten Netzwerken des Ministeriums. Bei Anthropic kam es zu Unstimmigkeiten über die Bedingungen. Das Unternehmen wollte feste Garantien, dass seine Technologie nicht für die Überwachung im Inland und auch nicht für die Entwicklung oder Steuerung autonomer Waffen verwendet wird.
Laut US-Medien erhielt Anthropic einen endgültigen Vertragsvorschlag für ein KI-Programm im Wert von 200 Millionen Dollar. Sollte das Unternehmen nicht zustimmen, wollte Verteidigungsminister Pete Hegseth das Defense Production Act einsetzen. Dieses Gesetz von 1950 gibt dem Präsidenten die Befugnis, Unternehmen zu verpflichten, Technologien im Interesse der nationalen Sicherheit zur Verfügung zu stellen.
Die Gespräche scheiterten letztendlich. Das Ministerium stufte Anthropic danach als sogenanntes „Supply Chain Risk“ ein. Das bedeutet, dass das Unternehmen als Risiko in der Lieferkette angesehen wird. Eine solche Einstufung wird üblicherweise vor allem für ausländische Unternehmen aus Ländern verwendet, die als strategische Gegner gelten.
ChatGPT verliert an Boden, Claude steigt auf Platz eins
Im Internet entstand schnell der Eindruck, dass OpenAI die entstandene Lücke füllen wollte. Viele Nutzer waren darüber nicht erfreut und reagierten heftig.
Laut einem Beitrag auf X des Nutzers NIK erlitt ChatGPT in kurzer Zeit erhebliche Verluste. Die Anzahl der Löschungen soll an einem Tag um fast 300 Prozent gestiegen sein. Auch die Anzahl der 1-Stern-Bewertungen nahm laut ihm um über 700 Prozent zu.
Der Konkurrent Claude scheint hingegen von der Kontroverse zu profitieren. Die Anzahl der Downloads soll um 80 Prozent gestiegen sein. Die App überholte ChatGPT bei neuen Installationen und erreichte sogar den ersten Platz im US-App-Store.
Sam Altman: „Es wirkte opportunistisch und unüberlegt“
OpenAI-CEO Sam Altman räumt ein, dass die Ankündigung zu früh veröffentlicht wurde. In einer Reaktion auf X schreibt er, dass die Kommunikation rund um den Verteidigungsdeal besser hätte sein müssen. Rückblickend bezeichnet er die Vorgehensweise als „opportunistisch und unüberlegt“.
Altman zufolge war das Ziel, eine weitere Eskalation zu verhindern, was jedoch beim Publikum anders ankam. Er fügte hinzu: „Wir hätten das am Freitag nicht so überstürzen sollen. Die Themen sind äußerst komplex und erfordern eine klare Kommunikation. Wir haben wirklich versucht, zu deeskalieren und ein viel schlechteres Ergebnis zu verhindern.”
Nach der Kritik hat OpenAI die Vereinbarung angepasst. Im Vertrag ist nun ausdrücklich festgelegt, dass die KI nicht für die Überwachung amerikanischer Bürger im Inland verwendet werden darf. Dieses Verbot gilt auch für die Nutzung kommerziell erworbener persönlicher Daten.
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