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OpenPayd hat eine Zulassung nach dem europäischen Kryptoregelwerk MiCA erhalten. Damit darf das Fintech seine kryptobezogenen Dienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Die Genehmigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Stablecoins für Zahlungen und das Treasury-Management immer häufiger genutzt werden. Laut OpenPayd entwickelt sich die Technologie zu einem festen Bestandteil der Finanzinfrastruktur.
Die Zulassung ermöglicht es OpenPayd, in der Europäischen Union als Crypto Asset Service Provider (CASP) tätig zu sein. Dank des sogenannten Passporting-Systems kann das Unternehmen seine Dienste auf Basis einer einzigen Lizenz in mehreren europäischen Ländern anbieten.
Die Zulassung umfasst unter anderem Dienstleistungen, mit denen Unternehmen Geld in Stablecoins umtauschen und wieder zurückwechseln können. OpenPayd richtet sich damit an Firmen, die klassische Finanzsysteme mit Blockchain-Technologie verbinden wollen.
„Stablecoins werden in rasantem Tempo Teil der regulären Finanzinfrastruktur“, sagt OpenPayd-Chefin Iana Dimitrova. MiCA gebe Unternehmen aus ihrer Sicht mehr Sicherheit, diese Technologie für Zahlungen, Treasury-Aktivitäten und weiteres Wachstum zu nutzen.
Die Genehmigung erfolgte nur wenige Tage vor einer wichtigen Übergangsfrist innerhalb von MiCA am 1. Juli. Europas Kryptofirmen arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die nötigen Lizenzen zu erhalten. Anfang dieser Woche erhielt Bitcoin Suisse eine MiCA-Lizenz in Liechtenstein. Zudem gab Ripple bekannt, in Luxemburg eine vorläufige CASP-Genehmigung bekommen zu haben.
Die nahende Frist sorgt für zusätzliche Anspannung in der Branche. Reuters berichtete kürzlich, Binance könnte keine MiCA-Zulassung erhalten, die Börse weist jedoch zurück, dass es Probleme gebe.
Im vergangenen Jahr hat OpenPayd eine eigene Stablecoin-Infrastruktur an den Start gebracht. Über die Plattform können Unternehmen klassische Währungen und Kryptowährungen in einer einzigen Umgebung verwalten.
Laut eigenen Angaben verarbeitet OpenPayd pro Jahr Transaktionen im Wert von mehr als 240 Milliarden Dollar für über 1.100 Geschäftskunden. Zu diesen zählen unter anderem Kraken, OKX, eToro und das Handelshaus B2C2.
OpenPayd hat seinen Sitz in London und wurde 2018 von dem Unternehmer Ozan Özerk gegründet. Er hatte zuvor auch die European Merchant Bank aufgebaut, eine in Litauen lizenzierte Digitalbank.
Neben der Expansion in Europa arbeitet OpenPayd auch an einem Börsengang in den USA. Anfang des Monats erklärte das Unternehmen, mit der SPAC Titan Acquisition Corp. fusionieren zu wollen.
Wenn die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen, würde OpenPayd eine Notierung an der Nasdaq unter dem Ticker OP erhalten. Die Transaktion bewertet das Unternehmen mit rund 1,1 Milliarden Dollar und soll voraussichtlich im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
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