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Der globale Kryptomarkt steht erneut unter Druck wegen neuer Zahlen zu großangelegten Diebstählen digitaler Vermögenswerte. Laut Blockchain-Analysten sind Gruppen, die mit Nordkorea in Verbindung stehen, für Hunderte Millionen Dollar an gestohlenen Coins verantwortlich. Pjöngjang weist jedoch jegliche Beteiligung zurück und spricht von politisch motivierten Anschuldigungen.
Die nordkoreanische Regierung reagierte scharf auf die Vorwürfe und erklärt, sie seien darauf ausgelegt, den internationalen Druck auf das Land zu erhöhen. Laut einem Sprecher des Außenministeriums würden Fakten verdreht und die Behauptungen dienten breiteren geopolitischen Interessen. Zudem wurde Kritik an den USA geübt, die laut Nordkorea ihre eigenen Cyberkapazitäten außer Acht lassen.
Daten von Blockchain-Forschungsinstituten deuten in eine andere Richtung. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 wurden schätzungsweise 577 Millionen Dollar an Coins von Gruppen erbeutet, die mit Nordkorea in Verbindung stehen. Dieser Betrag stellt einen erheblichen Teil des weltweiten Schadens durch Kryptodiebstähle in diesem Zeitraum dar.
Ein Großteil der Verluste ist auf zwei große Vorfälle zurückzuführen. Im April wurde die Plattform KelpDAO durch einen Hack getroffen, bei dem etwa 292 Millionen Dollar verloren gingen. Kurz darauf folgte ein Angriff auf das Drift Protocol, mit einem Schaden von rund 285 Millionen Dollar. Beide Plattformen sind DeFi-Protokolle, die es Nutzern ermöglichen, Krypto ohne zentrale Vermittlung zu verleihen, zu handeln oder einzusetzen. Diese beiden Angriffe machten den Großteil der Verluste in jenem Monat aus.
Forscher bringen den Angriff auf KelpDAO mit TraderTraitor in Verbindung, einer Hackergruppe, die dem Lazarus-Netzwerk angehören soll. Lazarus ist eine seit Jahren aktive Gruppe, die mit großangelegten Cyberangriffen in Verbindung gebracht wird und für ihre ausgeklügelten Methoden bekannt ist. Der Angriff auf das Drift Protocol wird noch untersucht, doch Experten vermuten auch hier eine organisierte und möglicherweise staatlich unterstützte Operation.
Analysten zufolge arbeiten mehrere Untergruppen innerhalb eines größeren Netzwerks, was auf eine strukturierte und langfristige Vorgehensweise hindeutet. Das erschwert es den Behörden, die Täter zu identifizieren und neue Angriffe zu verhindern.
Die Zahlen zeigen einen klaren Trend. Der Anteil der weltweiten Kryptoverluste, der Nordkorea zugeschrieben wird, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Lag dieser früher unter 10 Prozent, stieg er 2025 auf etwa 64 Prozent. Das deutet auf ein rasches Wachstum sowohl der technischen Kenntnisse als auch der operativen Kapazitäten der beteiligten Gruppen hin.
Internationale Berichte legen nahe, dass die gestohlenen Coins möglicherweise zur Finanzierung staatlicher Programme, einschließlich militärischer Projekte, verwendet werden. Das erhöht die Besorgnis bei Regierungen und Aufsichtsbehörden weltweit.
Als Reaktion haben die Vereinigten Staaten im März Sanktionen gegen mehrere Personen und Organisationen verhängt, die an betrügerischen IT-Aktivitäten und Kryptotransaktionen beteiligt sein sollen. Diese Netzwerke hätten über digitale Plattformen erhebliche Einnahmen für das nordkoreanische Regime generiert.
Zusätzlich wird die internationale Zusammenarbeit verstärkt, um illegale Geldströme besser zu erkennen und zu unterbinden. Aufsichtsbehörden konzentrieren sich dabei zunehmend auf Kryptoplattformen, über die große Beträge schnell und relativ anonym transferiert werden können.
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