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Kriminelle zielen immer häufiger auf Menschen statt auf Computer. Eine neue Untersuchung des Blockchain-Sicherheitsunternehmens CertiK zeigt, dass Einbrüche in Wohnungen inzwischen die häufigste Angriffsform auf Krypto-Besitzer sind.
In der ersten Hälfte des Jahres 2026 wurden weltweit Dutzende verifizierte Vorfälle registriert. Der Gesamtschaden lag bei mehr als 124 Millionen Dollar. Damit zeichnet sich eine deutliche Verschiebung ab, wie Kriminelle gegen Besitzer von Kryptowährungen vorgehen.
Nach Angaben von CertiK wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 weltweit 52 öffentlich gemeldete und unabhängig verifizierte Vorfälle erfasst. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 33 Prozent gegenüber den 39 Fällen im Vorjahreszeitraum.
Vor allem die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg stark an. Während in der ersten Hälfte des Jahres 2025 lediglich ein solcher Fall registriert wurde, waren es in diesem Jahr bereits zwanzig. Auch die Zahl der Entführungen nahm zu, von zwölf auf sechzehn. Die Zahl bewaffneter Überfälle ging dagegen von fünf auf einen zurück.
Der gesamte finanzielle Schaden belief sich laut CertiK auf rund 124,1 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der Betrag noch bei etwa 10,5 Millionen Dollar gelegen.
In dieser Summe sind nicht nur gestohlene Kryptowährungen enthalten. Auch gezahlte Lösegelder, unter Zwang ausgeführte Transaktionen, eingefrorene oder wiedergefundene Vermögenswerte sowie gescheiterte Erpressungsversuche flossen in die Berechnung ein.
CertiK zufolge setzen Kriminelle immer häufiger auf physische Gewalt statt auf digitale Hacks. Statt Sicherheitssysteme zu knacken, bringen sie Krypto-Besitzer oder deren Angehörige dazu, selbst Zugriff auf Wallets zu gewähren oder Kryptowährungen direkt zu übertragen.
Damit bieten selbst gut gesicherte Wallets nicht immer ausreichenden Schutz. Opfer können schließlich gezwungen werden, eine Transaktion freizugeben oder ihre privaten Schlüssel herauszugeben.
Um dieses Risiko zu verringern, empfiehlt CertiK zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Dazu zählt der Einsatz von Multisignature-Wallets. Dabei sind mehrere Freigaben verschiedener Personen oder Geräte erforderlich, bevor eine Transaktion ausgeführt werden kann. Auch Transaktionslimits, Wartefristen für größere Überweisungen sowie die Verteilung von Freigaben auf mehrere Standorte oder Personen können dem Sicherheitsunternehmen zufolge helfen, den Schaden im Fall eines Angriffs zu begrenzen.
Auf Europa entfielen 39 der 52 verifizierten Vorfälle. Frankreich war dabei mit 33 registrierten Fällen mit Abstand am stärksten betroffen. Das entspricht fast zwei Dritteln der weltweiten Gesamtzahl.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez teilte am 2. Juli mit, dass die Behörden in der ersten Hälfte des Jahres 2026 insgesamt 77 Fälle von Entführung, Erpressung oder entsprechenden Versuchen mit Krypto-Bezug registriert hätten. Im gesamten Jahr 2025 waren es noch 45 Fälle gewesen.
Nach Einschätzung von CertiK lässt sich die hohe Zahl der Vorfälle teilweise damit erklären, dass die Kryptobranche in Frankreich vergleichsweise sichtbar ist. Zudem könnten Datenlecks und öffentlich gewordene personenbezogene Daten es Kriminellen erleichtern, Wohnadressen mit Personen in Verbindung zu bringen, die mutmaßlich über große Krypto-Vermögen verfügen.
Um die Welle an Vorfällen einzudämmen, hat die französische Regierung inzwischen eine spezielle Präventionsplattform sowie ein Schnellwarnsystem für Kryptounternehmen und Krypto-Besitzer eingerichtet. Laut Innenminister Nuñez haben diese Maßnahmen inzwischen zu rund 200 Festnahmen geführt.
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