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Cyberkriminelle verbreiten gefährliche Malware über eine gefälschte Desktop-Version von Claude, dem beliebten KI-Assistenten von Anthropic. Die Schadsoftware richtet sich an Windows-Nutzer und kann unter anderem Passwörter, Browserdaten sowie Informationen aus Dutzenden Krypto-Wallets stehlen.
Das geht aus Untersuchungen des Cybersicherheitsunternehmens Morphisec hervor. Die Malware heißt RevStealer und wird über eine Fake-App mit dem Namen „Claude Opus 5 Free Desktop“ verbreitet. Nutzer glauben, kostenlosen Zugang zu Claude zu erhalten, installieren tatsächlich aber Schadsoftware auf ihrem Rechner.
Nach Angaben von Morphisec wurde RevStealer zuvor über GitHub und Websites verbreitet, auf denen Cheats für Videospiele angeboten werden. Die neue Kampagne fällt auf, weil Cyberkriminelle nun den Namen Anthropic und die Popularität von KI nutzen, um Opfer anzulocken.
Nach der Installation durchsucht RevStealer verschiedene Bereiche des Computers nach sensiblen Informationen. Die Malware versucht unter anderem, gespeicherte Passwörter, Browser-Cookies und weitere Browserdaten abzugreifen.
Auch Daten aus Passwortmanagern, VPN-Programmen und Fernzugriffssoftware stehen im Visier. Zudem kann RevStealer Nachrichten, Screenshots und ausgewählte Dokumente sammeln.
Gleichzeitig versucht die Malware, einer Entdeckung durch Sicherheitsforscher zu entgehen. RevStealer prüft dazu unter anderem den verfügbaren Arbeitsspeicher, die Zahl der Prozessorkerne, den Benutzernamen und die Grafikhardware eines Computers.
Außerdem sucht die Malware nach Hinweisen darauf, dass sie in einer speziellen Testumgebung ausgeführt wird. Solche Umgebungen nutzen Cybersicherheitsforscher, um Schadsoftware gefahrlos zu analysieren.
Findet RevStealer etwas Verdächtiges, wird der Angriff abgebrochen. Besteht ein Computer alle Prüfungen, wird die Schadsoftware unter einem zufälligen Dateinamen gespeichert und unbemerkt ausgeführt.
Für Krypto-Anleger stellt RevStealer ein zusätzliches Risiko dar. Den Forschern zufolge sucht die Malware nach Daten von mehr als 50 verschiedenen Krypto-Wallets.
Eine Wallet ist eine digitale Geldbörse, mit der Nutzer ihre Coins verwalten. Gelangen Kriminelle an sensible Wallet-Daten, können sie diese unter Umständen nutzen, um Zugriff auf die digitalen Vermögenswerte des Opfers zu erhalten.
Besonders gefährlich ist die Malware daher für Nutzer, die ihre Krypto-Wallets auf demselben Windows-Rechner verwenden, auf dem sie die gefälschte Claude-App installieren.
RevStealer ist nicht die einzige neue Malware, die es auf Krypto-Anleger abgesehen hat. Das Cybersicherheitsunternehmen Kaspersky hat kürzlich ebenfalls ein neues Malware-Framework namens OkoBot entdeckt.
OkoBot kann Dateien aus Krypto-Wallets, Browserdaten und weitere Nutzerinformationen sammeln. Zudem kann die Malware schädliche Browser-Erweiterungen installieren und Fenster von Wallet-Anwendungen manipulieren. Angreifer können auf diese Weise versuchen, digitale Vermögenswerte ihrer Opfer zu stehlen.
Cyberkriminelle setzen damit weiter auf bekannte Marken und populäre Technologien, um Opfer zu täuschen. Software, die kostenlosen Zugang zu kostenpflichtigen oder besonders gefragten KI-Diensten verspricht, ist dabei ein attraktiver Köder. Anwendungen sollten daher nur über offizielle Websites und vertrauenswürdige Downloadkanäle installiert werden.
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