Nordkoreanische Hacker haben 2025 eine Rekordmenge an Kryptowährungen gestohlen. Neue Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis zeigen, dass staatlich unterstützte Cybergruppen für den Großteil der großen Hacks in der Kryptobranche verantwortlich waren. Der Gesamtschaden beläuft sich auf Milliarden von Dollar und Experten warnen, dass die Bedrohung strukturell ist.
Nordkorea nutzt Krypto als Einnahmequelle
Andrew Fierman, Leiter der nationalen Sicherheitsinformationen bei Chainalysis, erklärt, dass Kryptodiebstahl ein fester Bestandteil der Finanzstrategie Nordkoreas geworden ist. Aufgrund internationaler Sanktionen sind traditionelle Einnahmequellen eingeschränkt, wodurch digitaler Diebstahl immer wichtiger wird.
Nordkoreanische Hacker passen ihre Methoden kontinuierlich an und agieren weltweit. Sie nutzen fortschrittliche Techniken und Netzwerke in mehreren Ländern, was die Erkennung erschwert.
Weniger Hacks, aber größerer finanzieller Schaden
Obwohl die Anzahl der bestätigten Cyberangriffe im Jahr 2025 um fast 74% zurückging, stieg der Gesamtschaden im Vergleich zum Vorjahr um 51%. Staatlich unterstützte Hacker waren für 76% aller großen Einbrüche bei Kryptobörsen und Dienstleistern verantwortlich.
Insgesamt wurden mindestens 2,02 Milliarden Dollar an Kryptowährungen gestohlen. Dies deutet auf eine klare Verschiebung hin: Hacker entscheiden sich zunehmend für weniger Angriffe, die jedoch weitaus größere Auswirkungen haben.
Wenige große Angriffe dominieren das Schadensbild
Nur drei Vorfälle waren für etwa 69% aller Verluste im Jahr 2025 verantwortlich. Berüchtigte nordkoreanische Gruppen wie die Lazarus Group konzentrieren sich vor allem auf große Plattformen mit hoher Liquidität.
Für die Kryptobranche bedeutet dies, dass ein einziger erfolgreicher Angriff ausreicht, um komplette Systeme lahmzulegen und eine große Anzahl von Nutzern zu treffen.
Bybit-Hack: Größter Kryptodiebstahl aller Zeiten
Der größte Hack des Jahres ereignete sich Ende Februar bei der Kryptobörse Bybit. Dabei wurden etwa 1,5 Milliarden Dollar an Kryptowährungen erbeutet, darunter mehr als 400.000 Ether (ETH). Es handelt sich um den größten digitalen Diebstahl in der Geschichte der Kryptoindustrie.
Auch andere Plattformen wurden getroffen, wie die dezentrale Börse Cetus mit einem Verlust von 223 Millionen Dollar und das Ethereum-Protokoll Balancer, bei dem 128 Millionen Dollar gestohlen wurden. Auch Angriffe auf WOO X, Seedify und LND.fi trugen zu diesem Rekordjahr bei.
Immer raffiniertere Angriffstechniken
Nordkoreanische Hacker nutzen vielfältige und immer raffiniertere Angriffsmethoden. Im Oktober wurde bekannt, dass schädliche Software in Smart Contracts auf Blockchains wie Ethereum und BNB Chain versteckt war.
Diese Angriffe sind schwer zu erkennen und werden oft erst entdeckt, nachdem das Geld bereits verschoben wurde, was den Schaden noch größer macht.
Internationale Sanktionen bieten keinen ausreichenden Schutz
Länder wie die Vereinigten Staaten, Südkorea, Australien und EU-Mitgliedsstaaten haben bereits Sanktionen gegen nordkoreanische Cybernetzwerke verhängt. Laut Chainalysis sind diese Maßnahmen zwar wichtig, aber nicht ausreichend, um das Problem zu lösen.
Experten plädieren für eine engere Zusammenarbeit zwischen Kryptobörsen, Technologieunternehmen, Forschungsorganisationen und Strafverfolgungsbehörden, um Angriffe schneller zu erkennen und zu stoppen.
Geldwäsche erschwert Rückholung von Krypto nahezu unmöglich
Nach einem Hack werden gestohlene Kryptowährungen über komplexe Routen gewaschen. Hacker nutzen unter anderem Mixing-Dienste, Token-Swaps, dezentrale Börsen und sogenanntes Chain-Hopping, um Transaktionen zu verschleiern.
Ein bedeutender Teil dieses Prozesses läuft über schlecht regulierte Plattformen in China und Südostasien. Dadurch ist es oft äußerst schwierig, gestohlene Gelder zurückzuholen.
Kryptoindustrie bleibt ein anfälliges Ziel
Der Krypto-Sektor bleibt für Cyberkriminelle wegen der hohen Liquidität, der globalen Zugänglichkeit und der begrenzten Überwachung attraktiv. Zudem versuchen nordkoreanische Akteure auch auf andere Weise einzudringen.
Laut dem Web3-Experten Pablo Sabbatella bestehen schätzungsweise 30% bis 40% der Bewerbungen für Kryptojobs aus Versuchen nordkoreanischer Hacker, über falsche Identitäten Zugang zu Unternehmen zu erhalten.
Ohne strengere Sicherheitsmaßnahmen, bessere Kontrollen und internationale Zusammenarbeit bleibt die Kryptobranche anfällig für groß angelegte digitale Diebstähle.
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