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Milliarden Dollar fließen aus dem Kryptomarkt ab, während Investoren angesichts geopolitischer Spannungen und Unsicherheiten über Zinssenkungen vorsichtiger werden. Dennoch sieht das Forschungsunternehmen CoinShares keine strukturelle Krise. Die jüngste Abwanderung sei vor allem eine Folge eines plötzlichen Stimmungsumschwungs auf dem Markt.
Das erklärt James Butterfill, Forschungsleiter bei CoinShares. Seiner Meinung nach hat sich die Stimmung unter Anlegern in den letzten Wochen stark verschlechtert, nachdem Milliarden Dollar aus dem Kryptomarkt abgezogen wurden.
Laut CoinShares wird die aktuelle Korrektur vor allem durch makroökonomische Faktoren verursacht. Butterfill verweist dabei beispielsweise auf die Unsicherheiten im Konflikt mit Iran.
Aufgrund dieser Spannungen sind die Erwartungen über künftige Zinssenkungen in den Hintergrund getreten. Stattdessen wächst die Erwartung, dass die Zinsen noch länger auf dem aktuellen Niveau bleiben oder sogar steigen. Diese Entwicklung übt zusätzlichen Druck auf risikobehaftete Anlagen, darunter auch Kryptowährungen, aus.
Auch US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs stehen seit Wochen unter Druck. Letzte Woche flossen etwa 1,75 Milliarden Dollar aus den Fonds ab, diese Woche kamen weitere 173,7 Millionen Dollar hinzu, was gestern den siebzehnten aufeinanderfolgenden Handelstag mit Nettoabfluss markierte .
Nicht alle Marktbeobachter erwarten, dass der Druck auf den Kryptomarkt bald nachlässt. Paul Howard, Direktor bei der Handelsfirma Wincent, sagt, dass die Abflüsse der letzten Woche vor allem eine Reaktion auf makroökonomische Entwicklungen waren. Ihm zufolge zeigt auch die Schwäche an den Technologiebörsen, dass Anleger derzeit Risiken meiden.
Howard weist darauf hin, dass der Bitcoin-Kurs kürzlich unter eine wichtige technische Unterstützung gefallen ist, die von vielen Händlern verfolgt wird. Das wird oft als Zeichen für ein verschlechtertes Sentiment gesehen. Gleichzeitig sind die erwarteten Kursbewegungen an der CME gestiegen, was darauf hindeutet, dass Anleger mit mehr Unruhe am Markt rechnen.
Auch der Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy Ende Mai zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Laut Adam Haeems vom Investmentunternehmen Tesseract Group war die Transaktion mit einem Wert von etwa 2,5 Millionen Dollar zu klein, um den breiteren Kursrückgang zu verursachen. Die Nachricht sorgte jedoch für Unruhe unter den Anlegern, da Strategy seit Jahren als einer der größten institutionellen Käufer von Bitcoin gilt. Haeems zufolge lag die Auswirkung daher vor allem beim Sentiment und nicht beim Verkauf selbst.
Das düstere Sentiment spiegelt sich auch im Fear & Greed Index wider. Dieser steht derzeit bei 9 Punkten und befindet sich damit tief in der Zone extremer Angst. Das zeigt, dass viele Anleger vorerst wenig Vertrauen in eine schnelle Erholung des Marktes haben.
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