In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Kryptobranche weltweit aufrüttelt. Juristen und Entwickler warnen, dass die Regeln weiter reichen als frühere Finanzgesetze und Folgen für Nutzer und Unternehmen nicht auszuschließen sind. Was steckt dahinter?
VAE stellt nicht genehmigte Krypto-Tools unter Strafe
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit dem Federal-Decree Law No. 6 of 2025 ein neues Bankgesetz eingeführt, das alle unerlaubten Finanzaktivitäten unter Strafe stellt. Laut Experten betrifft das nicht nur traditionelle Finanzdienstleistungen, sondern auch Technologien mit Krypto-Bezug. Selbst einfache Hilfsmittel wie Blockchain-Explorer und Wallets zur Selbstverwahrung fallen unter das Gesetz.
Laut Entwickler Mikko Ohtamaa ist diese Entwicklung „schlechte Nachrichten“. Ohtamaa betont, dass diese Regulierung weiter geht als frühere Versuche, Self-Custody einzuschränken, etwa in der EU und Estland. Verstöße können mit Haftstrafen und Geldbußen von mehr als 136 Millionen US‑Dollar geahndet werden. Die Maßnahme gilt auch für ausländische Akteure, deren Tools oder Websites für Einwohner der VAE zugänglich sind.
Das Gesetz richtet sich sowohl an Anbieter von Finanzprodukten als auch an Technologieunternehmen, die diese Produkte ermöglichen. In der Praxis läuft das auf ein Verbot der Selbstverwahrung von Kryptowerten hinaus, weil selbst Tools, die keine Custody-Dienste anbieten, dennoch eine Genehmigung der Zentralbank benötigen.
Auch ausländische Anbieter laufen Gefahr
Der Geltungsbereich des Gesetzes endet nicht an den Landesgrenzen. Auch ausländische Unternehmen riskieren Strafverfolgung, wenn ihre Websites oder Apps für Nutzer in den VAE zugänglich sind. Selbst einfache Marketingaktionen über soziale Medien oder Newsletter können als Verstoß gewertet werden, wenn keine gültige Lizenz vorliegt.
Das Bundesgesetz steht über lokalen Regelungen, die bislang eher eine krypto-freundliche Linie verfolgten. VARA ist der Krypto-Aufseher in Dubai, ADGM der in Abu Dhabi. Dadurch könnten sich internationale Krypto-Dienste gezwungen sehen, sich aus der Region zurückzuziehen.
Es gibt jedoch eine Übergangsfrist von einem Jahr, in der Unternehmen die Möglichkeit haben, noch eine Lizenz zu beantragen. Details zur Umsetzung sollen per ergänzender Regulierung folgen.
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