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Die Kryptobranche verschärft ihre Kontrollsysteme in rasantem Tempo. Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis verwenden fast die Hälfte der Unternehmen, die 2026 in den Kryptomarkt eintreten, Sicherheits- und Compliance-Einrichtungen, die noch vor einigen Jahren zu den strengsten der Branche gehörten.
Dies geht aus einer Vorveröffentlichung eines neuen Berichts von Chainalysis hervor. Das Forschungsunternehmen beobachtet, dass Kryptounternehmen immer schneller in strengere Überwachungen verdächtiger Transaktionen investieren, auch bedingt durch zunehmende Regulierung und eine wachsende Zahl von Cyberangriffen.
Laut dem Bericht nutzen etwa 47 Prozent der neuen Organisationen Standards, die sie im Jahr 2020 noch zu den 10 Prozent der strengsten Kryptounternehmen gezählt hätten.
Chainalysis betrachtet dies als ein klares Zeichen für die Reife der Branche. Wo viele Unternehmen vor ein paar Jahren noch mit dem Aufbau grundlegender Kontrollen beschäftigt waren, setzen neue Marktteilnehmer nun direkt auf umfassende Compliance- und Überwachungssysteme.
Die verschärfte Herangehensweise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kryptobranche zunehmend Ziel von Hackern und Cyberkriminellen ist. Allein Hacker, die mit Nordkorea in Verbindung gebracht werden, sollen 2025 für den Diebstahl von etwa 2 Milliarden Dollar in Kryptowährungen verantwortlich gewesen sein.
Chainalysis beobachtet vor allem Fortschritte bei der Kontrolle direkter Transaktionen. Dabei handelt es sich um Geld, das direkt aus bekannten illegalen Quellen wie sanktionierten Wallets, Darknet-Märkten oder Cyberkriminellen stammt.
Kryptounternehmen reagieren laut dem Bericht schneller auf verdächtige Transaktionen und verwenden immer empfindlichere Erkennungssysteme, um Risiken zu minimieren. Dennoch bleibt laut den Forschern ein wichtiges Problem in der Branche bestehen.
Die größte Herausforderung liegt laut Chainalysis bei indirekten Transaktionen. Hierbei fließt Geld über mehrere Wallets oder Vermittler, bevor es bei einem Kryptounternehmen ankommt. Dadurch wird es schwieriger, verdächtige Geldströme rechtzeitig zu erkennen.
Traditionelle Finanzinstitute wie Banken setzen hierfür oft strengere Alarmgrenzen als Kryptounternehmen. Kryptobörsen schlagen durchschnittlich erst bei größeren Beträgen oder komplexeren Transaktionen Alarm.
Für Kategorien wie Ransomware, Online-Betrug, betrügerische Webshops und Darknet-Märkte liegen die Grenzwerte für indirekte Überwachung manchmal zehn- bis zwanzigmal höher als bei direkten Transaktionen.
Laut Chainalysis können Kriminelle von der Unterscheidung zwischen direkter und indirekter Überwachung in der Kryptobranche profitieren.
„Die Kluft zwischen direkter und indirekter Überwachung schafft eine Lücke für kriminelle Akteure“, schreibt das Unternehmen im Bericht.
Organisationen, die ihre Kontrollen über indirekte Geldströme weiter verbessern, könnten sich laut Chainalysis als vertrauenswürdige Akteure auf dem Markt unterscheiden und gleichzeitig ihre rechtlichen Risiken verringern.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Kryptobranche inzwischen große Fortschritte in den Bereichen Compliance und Sicherheit gemacht hat. Dennoch bleibt vor allem der Umgang mit indirekten Transaktionen in den kommenden Jahren ein wichtiger Schwerpunkt.
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