Elon Musk hat einen neuen Dienst auf seiner Plattform X angekündigt: XChat. Die Messaging-App soll sichere, verschlüsselte Kommunikation ermöglichen und würde auf ‘Bitcoin-Stil Verschlüsselung’ laufen. Aber Experten aus dem Kryptosektor reagieren kritisch auf diese Behauptung.
Musk präsentiert XChat als Datenschutztool
Laut Musk wurde XChat in der Programmiersprache Rust entwickelt und läuft auf einer neuen Architektur, mit End-to-End-Verschlüsselung und verschwindenden Nachrichten, ähnlich wie bei Snapchat. Der Unternehmer nennt es selbst einen Durchbruch in der Datenschutztechnologie, inspiriert durch die Funktionsweise von Bitcoin (BTC).
Aber dieser Vergleich wirft direkt Fragen auf. Bitcoin verwendet nämlich Kryptografie, wie digitale Signaturen und Hashing, aber keine Nachrichtenverschlüsselung. „Bitcoin ist nicht verschlüsselt,“ sagt Bitcoin Core-Entwickler Luke Dashjr. Auch Samson Mow, CEO von JAN3, stellt fest, dass Musks Behauptung faktisch falsch ist.
Zweifel an der Technologie hinter XChat
Neben der Kritik an der ‘Bitcoin-Stil Verschlüsselung’ ist auch die Verwendung von Rust als Programmiersprache ein Diskussionspunkt. Bitcoin wurde ursprünglich in C++ geschrieben, und obwohl Projekte in Rust entwickelt wurden, haben diese nichts mit dem Kommunikationsprotokoll zu tun, das Musk jetzt behauptet.
Die genaue Architektur hinter XChat bleibt unklar. Kritiker fragen sich, ob der Dienst tatsächlich neue Technologie enthält oder ob es hauptsächlich Marketingrhetorik ist. Musk veröffentlichte weiter keine technischen Dokumentationen, wodurch unklar bleibt, wie sich XChat von bestehenden Chatdiensten wie Signal oder Telegram unterscheidet.
X wird zur ‘Super-App’ mit XChat und X Money
Die Einführung von XChat ist Teil von Musks größerer Vision, X in eine ‘Super-App’ umzuwandeln, vergleichbar mit dem chinesischen WeChat. Zuvor wurde bereits X Money gestartet, eine digitale Wallet für Krypto- und Fiatzahlungen. Mit XChat scheint Musk nun auch den Nachrichtenverkehr in sein Ökosystem integrieren zu wollen.
Ob XChat tatsächlich eine Wirkung erzielen wird, hängt von der Adoption und Transparenz ab. Die Kryptogemeinschaft scheint jedenfalls vorerst skeptisch.
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