Die ehemalige Bitcoin-Börse Mt. Gox hat erneut bekanntgegeben, dass die Rückzahlungen an ihre Gläubiger verschoben werden. Laut einer Mitteilung vom Montag ist die neue Frist auf den 31. Oktober 2026 festgesetzt — ein Jahr später als geplant. Die Ankündigung erfolgte nur wenige Tage, bevor die ursprüngliche Frist am 31. Oktober 2025 ausgelaufen wäre.
Der Insolvenzverwalter von Mt. Gox teilte mit, dass ein Großteil der Zahlungen für Personen, die ihre Unterlagen fristgerecht eingereicht haben, bereits abgeschlossen ist. Viele andere warten jedoch weiterhin auf ihr Geld. „Da es wünschenswert ist, so viele Gläubiger wie möglich innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu entschädigen, wurde mit Zustimmung des Gerichts beschlossen, die Frist zu verlängern“, heißt es in der Mitteilung.
Der Untergang eines Krypto-Riesen
Anfang 2014 war Mt. Gox die größte Bitcoin-Börse der Welt. Auf dem Höhepunkt liefen mehr als 70 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen über die Plattform. Das änderte sich abrupt, als das Unternehmen im Februar 2014 nach einem massiven Hack zusammenbrach, bei dem rund 850.000 Bitcoin verschwanden. Kurz darauf meldete Mt. Gox in Japan Insolvenz an.
Später wurden etwa 200.000 Bitcoin wiedergefunden, die übrigen 650.000 blieben jedoch spurlos. Seither läuft ein langwieriges juristisches Verfahren, um die verbliebenen Vermögenswerte fair zu verteilen. 2024 begann der Insolvenzverwalter damit, Gläubiger in Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH) zu entschädigen — zwei bekannte Kryptowährungen, die aus derselben Technologie hervorgegangen sind.
Begrenzte Marktauswirkungen trotz großer Summen
Die Umverteilung der großen Menge an Bitcoin, die Mt. Gox noch hält, sorgte jahrelang für Unruhe am Kryptomarkt. Anleger fürchteten, eine plötzliche Auszahlung könnte zu massiven Verkäufen und damit zu einem Preisrückgang bei Bitcoin führen. Viele Analysten gehen jedoch inzwischen davon aus, dass die Auswirkungen auf den Markt begrenzt bleiben werden.
Nach Daten des Analyseunternehmens Arkham Intelligence besitzt Mt. Gox derzeit noch 34.690 Bitcoin mit einem geschätzten Wert von knapp 4 Milliarden Dollar. Das sind über 75 Prozent weniger als die 142.000 Bitcoin, die das Unternehmen Mitte 2024 noch hielt.
Ein langwieriger Fall, der die Krypto-Welt weiter verfolgt
Für Tausende ehemalige Kunden bedeutet die neue Verzögerung eine weitere Enttäuschung. Sie warten seit mehr als zehn Jahren auf Geld, das ihnen seit dem Untergang von Mt. Gox zusteht. Der Kollaps der Börse gilt bis heute als wichtiger Wendepunkt in der Geschichte des Kryptohandels.
Bemerkenswert ruhig reagiert der Markt diesmal auf die Nachricht. Während frühere Ankündigungen noch Panik auslösten, bleibt der Bitcoin-Kurs vorerst stabil. Offen bleibt jedoch, ob die Börse 2026 ihr Versprechen endlich einlösen und damit ein Kapitel schließen kann, das sinnbildlich für die turbulenten Anfangsjahre des Kryptomarkts steht.
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