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Mike Wilson, Chief Investment Officer von Morgan Stanley, erwartet, dass der S&P 500 in den nächsten zwölf Monaten auf 8.300 Punkte steigen wird. Seiner Ansicht nach sollten Anleger mögliche Korrekturen nicht fürchten, sondern als Gelegenheit nutzen, um Aktienpositionen auszubauen.

Das ist bemerkenswert, da Wilson lange Zeit als relativ vorsichtiger Stratege bekannt war. Jetzt meint er, dass der größte Fehler für Anleger nicht darin besteht, zu optimistisch zu sein, sondern zu vorsichtig zu bleiben, nachdem der Markt bereits viele Risiken verarbeitet hat.

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Korrektur war umfassender als erwartet

Laut Wilson unterschätzen viele Anleger, wie stark der Markt bereits Anfang des Jahres in Mitleidenschaft gezogen wurde. Indizes wie der S&P 500 fielen um weniger als 10 Prozent, was einige Anleger zu dem Schluss veranlasste, dass der Markt die Risiken zu wenig berücksichtige.

Doch hinter den Kulissen sah das Bild seiner Meinung nach viel schwächer aus. Etwa die Hälfte der Aktien im Russell 3000 fiel um 20 Prozent oder mehr. Gleichzeitig sank das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 um 18 Prozent gegenüber dem Höchststand, während die Gewinnerwartungen weiter stiegen.

Markt hat viele schlechte Nachrichten eingepreist

Diese Risiken waren laut dem Morgan-Stanley-Stratege nicht zu unterschätzen. Anleger hatten es mit Sorgen über private Kredite, die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt und einen neuen Krieg zu tun, der den Ölpreis um 100 Prozent ansteigen ließ.

In den Sektoren, die für diese Risiken am anfälligsten waren, kam es laut Wilson zu Korrekturen von mehr als 40 Prozent. Damit hat der Markt seiner Meinung nach bereits viel Schmerz verkraftet, bevor sich das allgemeine Narrativ vollständig gewendet hat.

Höhere Gewinne sollen Rally beflügeln

Das neue Kursziel von Morgan Stanley stützt sich vor allem auf höhere Gewinnerwartungen. Wilson hob die Prognose für den Gewinn pro Aktie des S&P 500 um etwa 5 Prozent an.

Dies ist seiner Meinung nach auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die US-Wirtschaft befindet sich in einer „rolling recovery” (schrittweisen Erholung), bei der sich verschiedene Sektoren nacheinander erholen. Darüber hinaus sorgen die Einführung von KI, fiskalische Unterstützung und ein breiterer Investitionszyklus für zusätzlichen operativen Hebel.

Vor allem diese Gewinnentwicklung ist laut Wilson wichtig. In früheren Zyklen, in denen Ölpreisschocks das Ende des Konjunkturzyklus einläuteten, waren die Gewinne meist bereits am Abflachen oder schrumpften. Jetzt geschieht seiner Meinung nach genau das Gegenteil. Die Gewinnerwartungen verbessern sich sogar.

Dennoch erwartet Wilson keinen reibungslosen Anstieg auf 8.300 Punkte. Der S&P 500 werde seiner Meinung nach auf dem Weg dorthin weiterhin Korrekturen erleben. Gerade diese Momente sieht er als Kaufgelegenheiten für langfristige Anleger.

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