Die südkoreanische Finanzgruppe Mirae Asset Group befindet sich in Gesprächen über eine mögliche Übernahme von Korbit, einer der bedeutenderen Kryptobörsen des Landes. Der Deal könnte sich auf etwa 100 bis 140 Milliarden koreanische Won belaufen, umgerechnet 70 bis 100 Millionen Dollar. Diese Gespräche sind Teil eines breiteren Trends, bei dem traditionelle Finanzinstitute ihre Position auf dem Kryptomarkt stärken.
Laut südkoreanischen Medien werden die Verhandlungen über Mirae Asset Consulting, eine nicht-finanzielle Tochtergesellschaft der Gruppe, geführt. Diese Einheit soll mit den Hauptaktionären von Korbit eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, was darauf hindeutet, dass beide Parteien ernsthaft an einer möglichen Übernahme interessiert sind.
Wer sind die aktuellen Eigentümer von Korbit?
Korbit ist größtenteils im Besitz von NXC und deren Tochterunternehmen Simple Capital Futures. Zusammen halten sie etwa 60 Prozent der Kryptobörse. Darüber hinaus besitzt die Investmentgesellschaft SK Square einen Anteil von über 31 Prozent.
Da der Großteil der Aktien in den Händen einer begrenzten Anzahl von Parteien liegt, kann der Entscheidungsprozess rund um eine Übernahme relativ effizient ablaufen.
Warum ist Korbit für Mirae Asset attraktiv?
Obwohl Korbit kein dominanter Akteur auf dem südkoreanischen Kryptomarkt ist, bietet die Plattform einen wichtigen Vorteil. Die Börse verfügt über eine vollständige Betriebslizenz und entspricht den strengen lokalen Vorschriften. Das bedeutet, dass Korbit offiziell von den Aufsichtsbehörden genehmigt wurde und über Systeme verfügt, um unter anderem Geldwäsche und Betrug zu verhindern.
Für eine große Finanzgruppe bietet dies eine unkomplizierte und regulierte Möglichkeit, im Bereich digitaler Vermögenswerte aktiv zu werden, ohne eine eigene Infrastruktur aufbauen zu müssen.
Begrenzter Marktanteil in einem wettbewerbsintensiven Markt
Aus Daten von CoinGecko geht hervor, dass Korbit nur einen kleinen Teil des südkoreanischen Kryptomarktes bedient. Von einem gesamten Handelsvolumen von rund 1,21 Milliarden Dollar in 24 Stunden, verteilt auf sechs lokale Börsen, entfielen auf Korbit etwa 5,75 Millionen Dollar. Das ist weniger als ein Prozent des Gesamtvolumens.
Zum Vergleich: Der Marktführer Upbit verarbeitete im gleichen Zeitraum mehr als 768 Millionen Dollar an Transaktionen. Bithumb folgte mit fast 298 Millionen Dollar, während Coinone rund 135 Millionen Dollar erreichte. Die Zahlen zeigen, wie stark der Markt konzentriert ist.
Konsolidierung im südkoreanischen Kryptosektor
Die mögliche Übernahme von Korbit ist kein Einzelfall. Zuvor wurde bekannt, dass Naver Financial plant, Dunamu, das Unternehmen hinter der Kryptobörse Upbit, durch einen Aktientausch zu übernehmen. Die Transaktion hat einen geschätzten Wert von 15,1 Billionen Won, umgerechnet etwa 10,3 Milliarden Dollar.
Im Rahmen dieses Deals wird Naver Financial neue Aktien an die Aktionäre von Dunamu ausgeben, wodurch das Kryptounternehmen zu einer vollständigen Tochtergesellschaft wird.
Was bedeutet das für die Zukunft von Krypto in Südkorea?
Die Aktionäre von Naver Financial und Dunamu stimmen am 22. Mai 2026 über die Übernahme ab. Falls der Deal sowohl von den Aktionären als auch von den Aufsichtsbehörden genehmigt wird, ist der Abschluss für Ende Juni geplant.
Naver Financial hat bereits angekündigt, nach der Übernahme neue digitale Finanzprodukte, einschließlich einer digitalen Währung, die an den koreanischen Won gekoppelt ist, zu entwickeln. Zusammen mit der möglichen Übernahme von Korbit durch Mirae Asset deutet dies auf einen klaren Trend hin: Große Finanzakteure suchen zunehmend den Eintritt in den Kryptomarkt, jedoch immer häufiger innerhalb klarer und streng regulierter Rahmenbedingungen.
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