Nach einer Phase der Abflüsse erlebten Stablecoins in der vergangenen Woche ein beeindruckendes Comeback. Während in Washington noch immer ein politischer Kampf um die Regulierung dieser digitalen Dollars tobt, stieg der Zufluss von Stablecoins erheblich an.
Starker Anstieg der Stablecoin-Zuflüsse
Laut Messari stieg der wöchentliche Nettozufluss von Stablecoins um beeindruckende 414 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass erheblich mehr neue Stablecoins ausgegeben wurden als zurückgetauscht. Auch die On-Chain-Aktivität nahm zu, das Transaktionsvolumen stieg um 6,3 Prozent.
Auffällig ist, dass die durchschnittliche Transaktionsgröße hingegen sank, was laut Messari auf eine zunehmende Aktivität kleinerer, oft privater Nutzer hinweist. Nach einem schwachen Jahresbeginn, der im Februar sogar Milliarden an Nettoabflüssen verzeichnete, scheint die Nachfrage nach Stablecoins zurückzukehren.
Stablecoins spielen eine wesentliche Rolle auf dem Kryptomarkt. Sie fungieren als digitales Bargeld und werden häufig genutzt, um schnell zu handeln, Gewinne zu parken oder Geld zwischen Plattformen zu transferieren, ohne Kursrisiken einzugehen.
Politischer Konflikt um Stablecoin-Zinsen
Die erneuten Zuflüsse kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt. In Washington tobt eine hitzige Debatte über sogenannte renditetragende Stablecoins: Stablecoins, die Zinsen oder Renditen an Nutzer auszahlen.
US-Banken und Lobbygruppen sind entschieden gegen dieses Konzept. Sie befürchten, dass Spargelder massiv aus dem traditionellen Bankensystem abfließen könnten, wenn Stablecoin-Emittenten Zinsen anbieten dürfen. Dies würde ihnen zufolge einen unfairen Wettbewerbsvorteil darstellen.
Aufgrund dieses Konflikts ist die Behandlung neuer Kryptogesetze im Senat vorerst ins Stocken geraten.
Worum geht es bei der CLARITY Act?
Ein zentraler Bestandteil dieser Gesetzgebung ist die Digital Asset Market Structure Clarity Act, meist abgekürzt als CLARITY Act. Diese soll endlich Klarheit schaffen über:
- welche digitalen Assets als Wertpapiere gelten
- welche unter die Aufsicht von Regulierungsbehörden wie der SEC oder der CFTC fallen
- und welche Regeln für Kryptohandelsplattformen, Emittenten und Dienstleister gelten
Die CLARITY Act soll ein Ende der jahrelangen rechtlichen Unsicherheiten in den USA setzen, in denen Aufsichtsbehörden oft nachträglich agieren, anstatt im Voraus klare Regeln zu schaffen.
Das Gesetz wurde bereits im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus verabschiedet, liegt seitdem jedoch im Senat fest. Die Debatte über Stablecoins, insbesondere über Zinsen, stellt dabei ein wesentliches Hindernis dar.
Auch GENIUS Act unter Beschuss
Zusätzlich wird an der GENIUS Act gearbeitet, einem Gesetzesvorschlag, der speziell auf Stablecoins abzielt. Dieses Gesetz verbietet es Emittenten, Zinsen allein für das Halten eines Stablecoins zu zahlen. Externe Anbieter wie Anlageplattformen dürfen jedoch Belohnungsprogramme anbieten.
Präsident Donald Trump mischte sich diese Woche aktiv in die Debatte ein und beschuldigte Banken, das Gesetz zu sabotieren. Seiner Meinung nach untergraben sie bewusst den Fortschritt der Kryptoregulierung.

Welche Auswirkungen hat das auf den Kryptomarkt?
Der steigende Zufluss von Stablecoins zeigt, dass sich Anleger neu positionieren und Liquidität innerhalb des Krypto-Ökosystems aufbauen. Dies wird häufig als Vorbote für eine zunehmende Handelsaktivität gesehen.
Gleichzeitig verdeutlicht das politische Tauziehen, dass klare Regulierungen weiterhin nicht selbstverständlich sind. Solange die CLARITY Act und die Stablecoin-Regeln nicht verabschiedet sind, bleibt Unsicherheit ein wesentlicher Faktor für den US-amerikanischen Kryptomarkt.
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