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Die Aktie des Chipherstellers Micron Technology ist am Donnerstag um mehr als sieben Prozent gestiegen, nachdem das Unternehmen neue Milliardeninvestitionen in den USA angekündigt hatte. Micron will in den kommenden Jahren zusätzliche zweistellige Milliardenbeträge in den Ausbau seiner US-Produktionskapazitäten stecken. Die Pläne zeigen, wie stark die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Anwendungen inzwischen geworden ist.

Koersgrafiek van het aandeel Micron Technology na aankondiging van 250 miljard dollar aan investeringen in Amerikaanse chipproductie.
Micron-Aktie steigt nach Milliardeninvestitionen. (Quelle: TradingView)

Anleger nahmen die Nachricht positiv auf. Nicht nur Micron legte kräftig zu, auch andere Chipwerte wie Applied Materials, KLA Corporation, Lam Research, Western Digital, Sandisk und ARM Holdings beendeten den Handelstag deutlich im Plus.

Micron erhöht Investitionen auf 250 Milliarden Dollar

Micron teilte mit, die Gesamtinvestitionen in den USA bis 2035 auf 250 Milliarden Dollar anzuheben. Das sind rund 50 Milliarden Dollar mehr als bislang geplant.

Zusätzlich kündigte das Unternehmen eine strategische Investition von bis zu drei Milliarden Dollar an, um die US-Lieferkette für Chips weiter zu stärken. Davon fließen 500 Millionen Dollar an das taiwanische Unternehmen GlobalWafers, das seine Produktion von Siliziumwafern in Texas ausbauen will.

Micron und GlobalWafers schlossen zugleich einen Liefervertrag über zehn Jahre. Damit sichert sich der Chiphersteller eine verlässliche Versorgung mit Siliziumwafern, einem zentralen Ausgangsmaterial für die Produktion von Speicherchips.

Nach Einschätzung von Ben Tessone, Chief Procurement Officer von Micron, ist eine stabile Versorgung mit kritischen Materialien entscheidend, um die technologische Entwicklung des Unternehmens langfristig abzusichern.

Micron rechnet damit, dank der zusätzlichen Investitionen künftig rund vierzig Prozent seiner DRAM-Speicherchips in den USA produzieren zu können. Zugleich sollen durch den Ausbau Tausende direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen.

KI treibt Nachfrage nach Speicherchips auf Rekordniveau

Die Investitionen erfolgen in einer Phase, in der die Nachfrage nach KI-Hardware rasant wächst. Nahezu alle großen Technologiekonzerne investieren Milliarden in neue Rechenzentren und künstliche Intelligenz, wodurch auch der Bedarf an spezialisierten Speicherchips stark steigt.

Micron zählt derzeit zu den größten Anbietern von sogenanntem High Bandwidth Memory (HBM). Diese Speicherchips sind für KI-Prozessoren unter anderem von Nvidia zentral und werden eingesetzt, um enorme Datenmengen in kürzester Zeit zu verarbeiten.

Die Nachfrage ist inzwischen so hoch, dass Micron seine gesamte HBM-Produktion für 2026 bereits verkauft hat. Auch die Kapazitäten für 2027 sind nach Angaben des Unternehmens größtenteils vorab reserviert. Konzernchef Sanjay Mehrotra geht davon aus, dass der Markt auch nach 2027 angespannt bleibt, weil eine anhaltend starke KI-Nachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft.

Diese Knappheit verschafft Micron zudem mehr Spielraum für höhere Preise. Vor allem die Sparten für Cloud, Rechenzentren und mobile Anwendungen profitieren davon, sodass sowohl Umsatz als auch Gewinnmargen in den vergangenen Quartalen deutlich gestiegen sind.

Starke Quartalszahlen stützen Optimismus

Der Optimismus rund um Micron hatte bereits nach der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen zugenommen. Der Chiphersteller meldete einen Umsatz, der deutlich über den Erwartungen der Analysten lag, und hob auch die Prognose für das laufende Quartal spürbar an.

Zudem schloss Micron langfristige Lieferverträge mit 16 Großkunden. Die Vereinbarungen laufen über drei bis fünf Jahre und sollen für stabilere Erlöse und bessere Margen sorgen. Das Unternehmen erwartet, dass künftig rund die Hälfte des Umsatzes unter solche langfristigen Verträge fallen wird.

Nachdem Anleger die massiven KI-Investitionen großer Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon und Meta zeitweise kritischer bewertet hatten, zeigt die Kursreaktion bei Micron, dass der Markt Unternehmen, die unmittelbar vom weltweiten KI-Wettlauf profitieren, weiterhin großes Vertrauen entgegenbringt. Für Hersteller von Speicherchips zeichnet sich vorerst jedenfalls kein Nachfragerückgang ab.

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