Michael Burry, der Anleger, der durch den Film The Big Short weltberühmt wurde, warnt vor einem massiven Einbruch des Nasdaq 100-Index. Seiner Meinung nach hat die parabolische Rally bei Tech-Aktien die Bewertungen auf ein nicht mehr tragbares Niveau gebracht.
In einem Beitrag auf Substack zog Burry Parallelen zur Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre, kurz bevor diese platzte. Eine Blase entsteht, wenn Anleger die Preise durch Spekulation weit über den tatsächlichen Wert von Unternehmen hinaus in die Höhe treiben.
Insbesondere der explosive Anstieg der Chip-Aktien bereitet ihm Sorgen. Der Philadelphia Semiconductor Index, der große Chipunternehmen umfasst, ist seit Ende März um fast 70 Prozent gestiegen. Laut Burry weist der Markt dadurch zunehmend Merkmale einer spekulativen Manie auf.
Burry sieht ‚historische‘ Überbewertung
Nach Burry ist der Nasdaq 100 mittlerweile extrem überbewertet. Der Index wird derzeit etwa zum 43-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt, während ein gesünderes Niveau seiner Meinung nach bei etwa dem 30-fachen des Gewinns läge. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigt, wie viel Anleger bereit sind für jeden Dollar Gewinn eines Unternehmens zu zahlen.
Burry glaubt, dass die Wall Street das Gewinnwachstum der großen Technologieunternehmen stark überschätzt. „Anleger preisen momentan Gewinne ein, die möglicherweise um mehr als 50 Prozent überhöht sind“, schrieb er auf Substack.
Der bekannte Anleger verwendete drastische Worte, um die Lage zu beschreiben. Ihm zufolge fühlt sich der aktuelle Markt an wie „die letzten Minuten vor einem schweren Autounfall“. Damit warnt er, dass die Kombination aus extremen Bewertungen und Euphorie rund um KI für Anleger gefährlich wird.
Auch andere Analysten warnen vor der KI-Rally
Burry ist nicht der Einzige, der sich Sorgen über die aktuelle Börsenrally macht. Immer mehr Analysten warnen, dass die enormen KI-Investitionen von Technologieriesen wie Alphabet und Amazon die Märkte auf gefährlich hohe Niveaus treiben. Dies geschieht, während der Konflikt zwischen den USA und Iran sowohl das Wirtschaftswachstum bedroht als auch die Inflation durch steigende Ölpreise anheizt.
Analysten von Sundial Capital Research unter der Leitung von Jason Goepfert weisen darauf hin, dass die aktuelle Rally auffallend schmal getragen ist. Der S&P 500 erreichte kürzlich erneut ein Rekordhoch, während nur 5 Prozent der Unternehmen innerhalb des Indexes noch auf einem Zwölfmonats-Tiefpunkt handeln.
Auch im Chipsektor sehen Analysten extreme Signale. Laut der Marktforschungsfirma Bespoke Investment Group steht der Philadelphia Semiconductor Index derzeit außergewöhnlich weit über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Dies geschah zuvor nur im Juli 1995 und im März 2000, kurz vor dem Platzen der Internetblase.
Mehrere Marktkenner sind der Meinung, dass die aktuelle KI-Rally zunehmend Merkmale einer spekulativen Blase aufweist.
Burry passt seine Anlagestrategie an
Dennoch warnt Burry Anleger davor, blindlings auf einen Börsenabschwung zu spekulieren. Seiner Meinung nach sind Put-Optionen derzeit teuer und eine falsch getimte Short-Position kann zu erheblichen Verlusten führen.
Er selbst sagt, dass er mittlerweile eine „erhebliche Short-Position mit Hebel“ gegenüber einem Portfolio von Unternehmen aufgebaut hat, die er als billig und unterbewertet ansieht. Welche Aktien dies im Detail betrifft, verriet er nicht.
Darüber hinaus ließ Burry wissen, dass er Positionen in Unternehmen reduzieren möchte, die seiner Meinung nach nicht mehr seinen strengsten Bewertungskriterien entsprechen. Vor allem Tech-Aktien scheinen dabei unter Druck zu stehen.
Der bekannte Anleger rät Investoren, nach der starken Rally Gewinne zu sichern und ihre Gesamtexposure in Aktien zu reduzieren. Seiner Meinung nach gehen Anleger derzeit enorme Risiken ein, indem sie davon ausgehen, dass die Aufwärtsbewegung endlos weitergehen kann.
„Wer jetzt weiter auf dieser parabolischen Rally mitfährt, setzt darauf, dass er rechtzeitig aussteigen kann“, schrieb Burry.
Ihm zufolge zeigt die Geschichte, dass solche Phasen letztendlich fast immer mit deutlich niedrigeren Kursen enden, egal wie lange die Euphorie noch anhält.
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