Die amerikanische Politik sorgt erneut für Unsicherheit auf dem Kryptomarkt. Seit Wochen wird über einen wichtigen Schritt in Richtung klarer Regulierung spekuliert, doch dieser bleibt vorerst außer Sicht. Laut mehreren Beteiligten könnte die Verzögerung ernste Folgen für die Position der Vereinigten Staaten in der weltweiten Kryptobranche haben.
Keine Abstimmung über Kryptogesetz im Jahr 2025
Der Bankenausschuss des Senats hat beschlossen, im Jahr 2025 nicht über die sogenannte Krypto-Marktstrukturgesetzgebung abzustimmen. Die Behandlung wird damit auf Anfang 2026 verschoben. Dies bestätigte ein Sprecher des Ausschussvorsitzenden Tim Scott.

Laut dem Ausschuss wird noch immer mit demokratischen Senatoren verhandelt, um zu einem breit unterstützten Gesetzesvorschlag zu kommen. „Vorsitzender Scott führt seit längerem Gespräche in gutem Glauben, um einen starken Vorschlag zu erarbeiten, der der Krypto-Branche Klarheit bietet und die USA als Krypto-Hauptstadt der Welt positioniert“, so der Sprecher.
Unternehmen warten auf klare Regeln
Das Gesetz soll festlegen, wie die Aufsichtsbehörden mit Kryptowährungen umgehen. Dabei ist vorgesehen, dass die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) für die Aufsicht über Spotmärkte verantwortlich wird, während sich die SEC mehr auf die Durchsetzung bei Wertpapieren konzentriert.
Diese klare Aufgabenverteilung soll die derzeitige Unsicherheit beenden, in der Unternehmen oft nicht wissen, unter welche Regeln sie fallen. In der Praxis führt das zu rechtlichen Konflikten, Zurückhaltung bei Investoren und dem Abwandern von Kryptounternehmen ins Ausland.
Mit festen Regeln hoffen die politischen Entscheidungsträger, Innovationen zu fördern, Verbraucher besser zu schützen und die USA als Standort für Krypto-Unternehmen attraktiver zu machen.
Kritik an Verzögerung im Senat
In der Branche wächst unterdessen die Unzufriedenheit. Krypto-Investor und Forscher Paul Barron übt Kritik an den Vorgängen. „Die Krypto-Marktstrukturgesetzgebung ist im Senat während der Bearbeitungsphase stecken geblieben.“ „Auch Anfang 2026 könnte es erneut zu Verzögerungen kommen“, stellt er fest. Laut Barron ist das Risiko groß, dass politische Interessen das Gesetz erneut blockieren.
Diese Sorgen sind nachvollziehbar. Im Jahr 2026 finden die amerikanischen Zwischenwahlen statt. Alle Sitze im Repräsentantenhaus und 33 Senatssitze stehen dann zur Wahl. In Wahljahren werden politisch brisante Dossiers oft aufgeschoben, was den Prozess weiter verzögern kann.
Darüber hinaus muss sich der Kongress Anfang nächsten Jahres zunächst mit dem Bundeshaushalt befassen. Das derzeitige Finanzierungsgesetz läuft am 30. Januar aus. Daher droht Krypto erneut am Ende der Prioritätenliste zu stehen.
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