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Kryptounternehmen haben bislang 189 Millionen US-Dollar ausgegeben, um Einfluss auf die US-Zwischenwahlen 2026 zu nehmen. Damit übertreffen sie bereits jetzt die Ausgaben aus dem vergangenen Wahlzyklus. Keine andere Branche investiert derzeit so viel Geld in die US-Politik. Das geht aus einem neuen Bericht der Verbraucherorganisation Public Citizen hervor.

Der Untersuchung zufolge stammt mehr als ein Drittel aller politischen Unternehmensspenden für die Vorwahlen und die Wahlen im November aus der Kryptobranche. Damit lässt die Industrie unter anderem den Technologie-, KI- und Glücksspielsektor hinter sich.

Unternehmen geben immer mehr für politische Kampagnen aus

Nicht nur die Kryptobranche investiert Millionen in die Wahlen. Auch Unternehmen aus der KI-Branche, dem Technologiesektor und der Online-Glücksspielindustrie versuchen, über Spenden Einfluss zu nehmen. Zusammen kommen diese vier Sektoren auf 294 Millionen US-Dollar an politischen Beiträgen.

Im November wählen die Amerikaner alle Mitglieder des Repräsentantenhauses neu. Auch rund ein Drittel des Senats steht zur Wahl. Die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kammern bestimmen maßgeblich, welche Gesetze in den kommenden Jahren verabschiedet werden.

Rick Claypool, Forschungsdirektor von Public Citizen und Autor des Berichts, sieht den Einfluss großer Unternehmen auf die US-Politik weiter wachsen.

„Unternehmensgelder spielen in unseren Wahlen eine größere Rolle als je zuvor, und dieser Einfluss nimmt weiter zu.“

Große Kryptounternehmen öffnen die Kassen

Für die Untersuchung analysierte Public Citizen die Geldströme über Political Action Committees (PACs). Dabei handelt es sich um Organisationen, die Geld sammeln, um politische Kampagnen zu unterstützen.

Dem Bericht zufolge zählen die Investmentgesellschaft Andreessen Horowitz, Ripple Labs, Foris DAX, die Muttergesellschaft von Crypto.com, sowie die Kryptobörse Coinbase zu den größten Geldgebern von Aktionskomitees, die sich für unternehmens- und kryptofreundliche Politik einsetzen.

Auch Fairshake, ein sogenanntes Super-PAC, das Kandidaten mit einer positiven Haltung zu Kryptowährungen unterstützt, hat in diesem Wahlzyklus bereits 82 Millionen US-Dollar eingesammelt. Eine solche Organisation darf unbegrenzt Geld einwerben und ausgeben, solange sie nicht direkt mit Kandidaten zusammenarbeitet.

Kryptobranche sieht erste Erfolge

Die massiven politischen Investitionen scheinen inzwischen Wirkung zu zeigen. Seit den Wahlen 2024 hat die Unterstützung für Kryptogesetze im US-Kongress sichtbar zugenommen.

Ein wichtiges Beispiel ist das neue Bundesgesetz zu Stablecoins. Befürworter sehen darin mehr Klarheit und Vertrauen, wodurch die Nutzung von Stablecoins weiter zunehmen könnte.

Der Fokus der Branche richtet sich nun vor allem auf den Clarity Act. Der Gesetzentwurf soll klare Regeln für den Handel mit Kryptowährungen und deren Aufsicht festlegen. Aus Sicht der Branche ist das Gesetz nötig, um rechtliche Unsicherheit zu beseitigen und Innovation in den Vereinigten Staaten zu fördern.

Vorläufig steckt der Entwurf noch im Senat fest. Analysten erwarten, dass die Chancen auf eine Verabschiedung sinken, falls die Demokratische Partei nach den Wahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnt. Viele Demokraten kritisieren, der Gesetzentwurf verhindere nicht ausreichend, dass Politiker finanziell von Kryptoprojekten profitieren können.

Trump hält an Kryptogesetzen fest

Präsident Donald Trump stellte sich im Wahlkampf demonstrativ als Befürworter von Kryptowährungen dar. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat er neue Kryptogesetze zu einem zentralen Thema gemacht. Dabei spielt auch eine Rolle, dass seine Familie an einem eigenen Kryptoprojekt beteiligt ist.

Auch das Weiße Haus unterstützt nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters den Clarity Act. Die Regierung sieht klare Regulierung als wichtigen Schritt, um die US-Kryptobranche weiter wachsen zu lassen und Innovationen im Bereich digitaler Finanztechnologie zu fördern.

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