China scheint allmählich seine harte Haltung gegenüber Kryptowährungen zu überdenken. Neue Signale aus dem Land deuten auf eine mögliche, wenn auch begrenzte, rechtliche Anerkennung von Krypto als Besitz hin. Der Anlass? Nicht eine plötzliche Umarmung digitaler Währungen, sondern praktische Probleme bei der Abwicklung beschlagnahmter Krypto-Assets. Dies geht aus einer Untersuchung von Reuters hervor.
Zunehmender Druck auf rechtliche Klarheit
Seit dem Verbot des Kryptohandels und -minings im Jahr 2021 hat sich China rigoros von der Branche abgewandt. Dennoch haben lokale Regierungen seitdem Krypto-Assets im Wert von Milliarden verkauft. Diese Assets, oft bei betrügerischen Praktiken beschlagnahmt, werden über private Unternehmen auf ausländischen Märkten verkauft. Der Erlös wird anschließend über lokale Banken in Yuan umgewandelt. Dieser Prozess ist jedoch nicht transparent und wirft Fragen über Korruption und Regulierung auf.
Ein konkretes Beispiel ist das Technologieunternehmen Jiafenxiang, das im Auftrag lokaler Regierungen seit 2018 Krypto im Wert von mehr als 3 Milliarden Yuan verkauft hat. Immer lauter wird der Ruf nach rechtlichen Rahmenbedingungen und sogar Vorschlägen für eine strategische Krypto-Reserve, ähnlich den kürzlichen Plänen von Trump in den USA.
Chinas Krypto-Reserven
Wie viel Bitcoin China tatsächlich besitzt, ist unklar. Laut Bitbo Treasuries könnte es sich um 194.000 BTC handeln, was etwa 16 Milliarden Dollar entspricht. Andere Quellen, wie River, schätzen die Zahl deutlich niedriger: etwa 15.000 BTC. Einige Analysten deuten darauf hin, dass ein großer Teil der beschlagnahmten Krypto bereits verkauft wurde, was die Schätzungen stark variieren lässt.
Was klar ist, ist, dass China das Thema nicht ignorieren kann. Obwohl das Land kein Fan von Krypto ist, geht es um riesige Geldsummen. Aber auch scheint Krypto, und insbesondere Bitcoin (BTC), ein immer relevanteres strategisches Asset für Länder zu werden. China kann einfach nicht mehr wegschauen. Der Ruf nach gesetzlicher Klarheit ist also auch in China keine Überraschung.
China kann nicht mehr wegschauen
Während das chinesische Festland an einem Verbot festhält, bewegt sich Hongkong in Richtung Krypto-Innovation. Die Region hat mehrere Bitcoin- und Ethereum-Spot-ETFs genehmigt und Lizenzen an Börsen vergeben. Über Mechanismen wie den Southbound Stock Connect können auch chinesische Investoren indirekt teilnehmen. Laut einigen fungiert Hongkong derzeit als eine Art Testbank für das Festland.
Die Frage ist, ob das chinesische Festland Hongkong folgen wird, besonders jetzt, da Länder wie die USA unter Trump eine kryptofreundliche Politik entwickeln. Auch die Europäische Union hat mit seinem MiCa ein funktionierendes gesetzliches Rahmenwerk für den Krypto-Sektor. Ein erster Schritt in diese Richtung scheint mit dem Aufruf zur rechtlichen Anerkennung von Krypto als Besitz getan. Was als technische Notwendigkeit angesehen wird, könnte sich in umfassendere chinesische Krypto-Reformen verwandeln.
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