Obwohl die amerikanische Zentralbank in der vergangenen Woche eine Zinssenkung durchgeführt hat, steht der Bitcoin-Kurs erneut unter starkem Druck. Hieraus können Investoren die Lehre ziehen, dass die amerikanische Zentralbank nicht die ultimative Kontrolle über die Zinsen hat.
Die amerikanische Zentralbank ist nicht allmächtig
Natürlich kann die amerikanische Zentralbank viel bewirken, jedoch sind ihrer Macht klare Grenzen gesetzt. Die Zinssenkungen, die sie umsetzt, sind zunächst nur für kurzfristige Kredite zwischen Banken relevant.
Die Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte von letzter Woche hat die Zinsen auf Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 2 Jahren oder länger nicht gesenkt. Im Gegenteil, wir beobachten das Gegenteil: Die Zinsen dieser Instrumente sind seit der Zinssenkung gestiegen.
Gerade Zinsen mit längerer Laufzeit sind für die Wirtschaft wichtig. Für Hypotheken in den Vereinigten Staaten ist der Zinssatz für 10-jährige Staatsanleihen entscheidend. Dieser ist seit der Zinssenkung gestiegen, was einen dämpfenden Effekt auf das Wirtschaftswachstum hat.
Wo die amerikanische Zentralbank die Wirtschaft eigentlich mit Zinssenkungen unterstützen will, sehen wir aktuell das Gegenteil. Damit signalisiert der Markt, dass sie Zinssenkungen nicht für notwendig erachtet und die Politik der Zentralbank als zu stimulierend empfindet.
Der Markt fürchtet eine höhere Inflation und sucht Ausgleich durch höhere Zinsen auf langfristige Kredite. Auch für Unternehmen hat der Anstieg dieser Zinsen eine bremsende Wirkung. Ähnliches beobachteten wir im Herbst 2024.
Damals senkte die amerikanische Zentralbank ebenfalls ihren Leitzins, doch die wichtigsten Zinsen für die Wirtschaft schnellten in die Höhe.
Warnung für Donald Trump
Diese Entwicklung könnte auch als eine Warnung für Donald Trump gesehen werden. Er darf bis Mai 2026 einen neuen Vorsitzenden der amerikanischen Zentralbank benennen, wobei Gerüchte besagen, dass er jemanden auswählen möchte, der stark für Zinssenkungen ist.
Sollte dies geschehen, könnten die Marktzinsen auf langfristige Anleihen explodieren, und die Wirtschaft könnte durch die Zinssenkungen und die lockere Politik der amerikanischen Zentralbank einen schweren Schlag erleiden.
Die Kontrolle über die langfristigen Zinssätze zu verlieren, und damit über die Steuerung der Wirtschaft, wird zweifellos ein Sorgenpunkt in der Trump-Regierung sein. Für den Bitcoin-Kurs könnte es dramatische Folgen haben, wenn die langen Zinssätze stark ansteigen und das Wirtschaftswachstum bremsen.
Eine interessante Entwicklung im Hintergrund ist der Anstieg des Goldpreises, obwohl die Zinsen steigen. Dies deutet darauf hin, dass sich der Markt zunehmend vom US-Dollar abwendet, aus Angst vor einer zu stimulierenden Zentralbank.

Es wird spannend zu beobachten, ob Bitcoin dem Goldpreis folgen kann, sollte sich diese Entwicklung verschärfen.
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