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Nach einigen hervorragenden Tagen macht Bitcoin (BTC) heute einen Schritt zurück. Nach einem Anstieg von fast 6 Prozent ist heute fast 1 Prozent verschwunden. Die gute Nachricht ist, dass sich der Kurs gut behauptet, nachdem die Bank of Japan ihren Leitzins auf das höchste Niveau seit 1995 angehoben hat. Die letzten Zinserhöhungen wurden nämlich von großen Kursverlusten begleitet.
Bei den vorherigen vier Zinserhöhungen verlor Bitcoin jeweils zwischen 20 und 30 Prozent. Diesmal hält sich der Kurs überraschend stabil, obwohl der Zinssatz um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 1 Prozent angehoben wurde.
Die Entscheidung fiel um 05:00 Uhr deutscher Zeit. Zu diesem Zeitpunkt lag der Bitcoin-Kurs bei etwa 65.700 Dollar. Zunächst folgte ein leichter Anstieg auf 66.200 Dollar, dann wieder ein Rückgang auf knapp unter 66.000 Dollar.

Japan kämpfte jahrzehntelang gegen Deflation, also fallende Preise, mit einem nahezu Nullzins. Diese Ära ist vorbei. Die Inflation liegt jetzt bei etwa 3 Prozent und will nicht sinken.
Hinzu kommen steigende Löhne und ein schwacher Yen, der Importe verteuert. Diese Kombination zwingt die Bank of Japan, ihre Politik Schritt für Schritt zu normalisieren.
Der Hauptgrund, warum Bitcoin nach den vorherigen Zinserhöhungen starke Verluste erlitt, ist der Yen-Carry-Trade. Japan war lange Zeit der günstigste Geldautomat der Welt, und Investoren nutzten dies dankbar aus.
Händler leihen sich extrem günstig in Yen und investieren das Geld in höher rentierende Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen. Das funktioniert, solange der japanische Zinssatz niedrig bleibt und der Yen schwach ist. Erhöht die BoJ den Zinssatz, kippt das Bild und das Leihen in Yen wird plötzlich teurer.
Investoren müssen dann Yen zurückkaufen, um ihre Kredite zu tilgen. Das stärkt den Yen, was noch mehr Positionen unrentabel macht. So entsteht ein Schneeballeffekt.
Ein wesentlicher Grund, warum sich Bitcoin bislang gut hält, ist, dass eine Zinserhöhung bereits vollständig eingepreist war. Außerdem wurde angekündigt, dass der Abbau von Anleihekäufen pausiert wird.
Mit dieser Pause dämpft die Zentralbank den Aufwärtsdruck auf die langfristigen Zinsen. So hält sie die Zinsen für Staatsanleihen in Schach (was die Liquidität fördert) und bietet einen Ausgleich zum strafferen kurzfristigen Kurs. Es wurde jedoch angedeutet, dass die Zinsen weiter erhöht werden könnten.
Gestern schien Bitcoin aus einer sogenannten Bärenflagge auszubrechen, doch der Kurs ist nun wieder ins Muster zurückgekehrt. Jetzt müssen wir hoffen, dass er sich über der Mittellinie hält, die derzeit knapp über 65.000 Dollar liegt.

Auch sehen wir, dass der Relative Strength Index (RSI) auf dem Vier-Stunden-Chart gestern seinen höchsten Stand seit sechs Wochen erreicht hat. Das zeigt, dass der Kurs möglicherweise zu stark gestiegen ist und es Zeit für eine Korrektur war.
US-amerikanische Bitcoin-ETFs verzeichnen nach acht Wochen mit Abflüssen die zweite Woche in Folge Zuflüsse. Analysten sehen vorsichtig eine Bodenbildung.
Trotz eines erneuten kräftigen Anstiegs des Ölpreises infolge des Iran-Kriegs hält sich Bitcoin bemerkenswert stabil. Das ist in dieser Woche wichtig.
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