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Die US-Industrie zeigt erneut Widerstandskraft. Der jüngste ISM Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) stieg auf 55,6 Punkte und lag damit sowohl über der Erwartung von 54,0 als auch über dem vorherigen Wert von 53,3.
Der Wert deutet auf ein stärkeres Wachstum des verarbeitenden Gewerbes hin, als Ökonomen erwartet hatten. Hinter den positiven Zahlen steht allerdings auch eine klare Warnung für die kommenden Monate.
Der ISM Manufacturing PMI gilt als wichtiger Gradmesser für die Verfassung der US-Industrie. Der Index basiert auf monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern von mehr als 400 Industrieunternehmen. Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum, ein Wert darunter eine Schrumpfung des Sektors.
Mit 55,6 Punkten wächst die US-Industrie nicht nur weiter, das Wachstum gewinnt auch an Tempo. Gegenüber dem vorherigen Wert von 53,3 ist das eine deutliche Verbesserung. Das stärkere Ergebnis legt nahe, dass die Nachfrage nach Industriegütern zugenommen hat und Unternehmen ihre Produktion weiter ausgeweitet haben.
Für die Finanzmärkte ist das in der Regel eine positive Nachricht. Ein stärker als erwarteter PMI spricht für eine robuste Konjunktur und kann den US-Dollar stützen. Zugleich steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen doch anhebt: In der vergangenen Woche stimmten bereits drei Ausschussmitglieder für eine Erhöhung, und am Markt wird damit gerechnet, dass eine starke Wirtschaft zusammen mit der hartnäckigen Inflation die Notenbank in diese Richtung drängen könnte.
Nicht alle Signale fallen jedoch gleichermaßen positiv aus. Auch der Manufacturing PMI von S&P Global lag mit 53,9 Punkten über den Erwartungen und damit leicht über dem vorherigen Wert von 53,8. Chefökonom Chris Williamson verweist dennoch auf mehrere Entwicklungen, die auf eine Abschwächung des Wachstums im weiteren Jahresverlauf hindeuten könnten.
Williamson zufolge wächst die Zahl der neuen Aufträge seit drei Monaten nur noch verhalten. Auch das Tempo des Produktionsanstiegs lässt nach. Ein Grund dafür sei, dass viele Unternehmen zu Jahresbeginn zusätzliche Lagerbestände aufgebaut hätten, um sich auf Importzölle vorzubereiten. Da diese Bestände inzwischen weitgehend aufgefüllt sind, lässt die Nachfrage nach.
Zudem kämpfen die Hersteller weiter mit höheren Energiepreisen, Importzöllen und schwächeren Exporten. Zwar lässt der Anstieg der Rohstoffpreise etwas nach, der Inflationsdruck bleibt S&P Global zufolge jedoch vergleichsweise hoch. Das Vertrauen der Unternehmen in die Aussichten ist dadurch auf den niedrigsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres gefallen.
Die starken PMI-Daten sorgten am Kryptomarkt nahezu unmittelbar für eine positive Reaktion. Anleger scheinen das robuste Bild der US-Wirtschaft positiv aufzunehmen, trotz der Warnungen vor einer möglichen Wachstumsverlangsamung im weiteren Jahresverlauf.
Bitcoin (BTC) legte nach der Veröffentlichung um fast zwei Prozent zu und erreichte einen Kurs von rund 63.700 Dollar. Auch Ethereum (ETH) verzeichnete einen deutlichen Anstieg und gewann etwa 1,3 Prozent. Damit erholte sich Bitcoin von der Schwächephase im frühen Tagesverlauf, als der Coin noch unter 63.000 Dollar notiert hatte.

Die Reaktion zeigt, dass Anleger vorerst den Fokus auf das stärker als erwartete Wirtschaftswachstum legen. Zugleich bleibt der Markt aufmerksam gegenüber möglichen Folgen für die Zinspolitik der Federal Reserve. Eine widerstandsfähige Konjunktur erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung, was später wieder Druck auf riskante Anlagen wie Kryptowährungen ausüben könnte.
Die Kombination aus einem starken ISM-Wert und dem vorsichtigeren Ton von S&P Global zeichnet ein gemischtes Bild der US-Wirtschaft. Kurzfristig zeigen die Daten, dass die Industrie besser abschneidet als erwartet, was den Dollar und riskante Anlagen stützen kann.
Gleichzeitig deuten das nachlassende Wachstum bei neuen Aufträgen, höhere Kosten und rückläufige Exporte darauf hin, dass die derzeitige Stärke nicht selbstverständlich ist. Anleger werden die kommenden Konjunkturdaten daher genau verfolgen, allen voran den Arbeitsmarktbericht am Freitag, um einzuschätzen, ob die US-Wirtschaft ihr starkes Momentum halten kann oder ob sich die ersten Bremsspuren deutlicher zeigen.
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