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Die Marktkapitalisierung von Stablecoins wächst weiter. In den vergangenen Monaten kamen Stablecoins im Wert von 44 Milliarden Dollar neu auf den Markt. Das führte zu entsprechend hohen Käufen von US-Staatsanleihen – mit spürbaren Folgen für die amerikanische Staatsverschuldung.
Seit diesem Jahr sind Stablecoin-Emittenten verpflichtet, US-Staatsanleihen als Deckung für ihre Stablecoins zu halten. Grundlage ist das neue GENIUS-Stablecoin-Gesetz, das ein neues Kapitel in der digitalen Finanzinfrastruktur der USA einläutet. Durch dieses Gesetz fungiert der Stablecoin-Markt nun als zusätzliches Finanzierungsinstrument für die US-Regierung. Wie funktioniert das genau?
Am 18. Juli unterzeichnete Präsident Donald Trump das GENIUS-Gesetz – die erste bundesweite Regulierung für US-Stablecoins. Das Gesetz verpflichtet Emittenten, ihre Token vollständig mit US-Dollar oder mit kurzfristigen Staatsanleihen (T-Bills) zu hinterlegen. Eine T-Bill ist ein kurzfristiger Kredit an die US-Regierung, ohne laufende Zinsen, aber mit fest zugesagter Rückzahlung. Andere Vermögenswerte wie Unternehmensanleihen oder Bankeinlagen sind nicht zulässig.
Seit Inkrafttreten des Gesetzes ist die gesamte Marktkapitalisierung von Stablecoins von 260 auf 304 Milliarden Dollar gestiegen. Dieser Zuwachs bedeutet, dass Emittenten gezwungen waren, T-Bills im Wert von 44 Milliarden Dollar zu kaufen. Das entspricht im Schnitt 366 Millionen Dollar pro Tag. Beim Erwerb von Staatsanleihen agieren Stablecoin-Emittenten damit inzwischen in einer Größenordnung, die mit großen Banken und zentralen Institutionen vergleichbar ist.
Für den US-Haushalt ist das ein willkommener finanzieller Bonus, weil so automatisch zusätzliche Käufer für Staatsanleihen entstehen. Nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent stärkt das Gesetz die globale Stellung des US-Dollars. Er erklärte: „Immer wenn irgendwo auf der Welt jemand einen digitalen Dollar kauft, ist ein Stablecoin-Unternehmen gesetzlich verpflichtet, dieses Geld in eine T-Bill zu investieren.“
Bessent rechnet damit, dass der Stablecoin-Markt bis 2030 auf 3 Billionen Dollar anwächst – und der Regierung jährlich zusätzliche Einnahmen von 114 Milliarden Dollar einbringen könnte.
Das GENIUS-Gesetz verlagerte außerdem die Aufsicht über Stablecoin-Emittenten von der Federal Reserve auf das Office of the Comptroller of the Currency (OCC), eine Behörde des Finanzministeriums. Dieser Schritt verschafft dem Ministerium mehr direkten Einfluss auf die monetären Rahmenbedingungen über digitale Politik – unabhängig von Zinsentscheidungen oder Marktoperationen.
Die Auswirkungen dieser Regulierung reichen weit über die USA hinaus. Analysen zufolge könnten Stablecoins weltweit eine zusätzliche Nachfrage nach US-Staatsanleihen von bis zu 2 Billionen Dollar erzeugen. Damit verwandelt sich die Krypto-Adoption in einen direkten Finanzierungsstrom für die US-Staatsverschuldung.
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