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Krypto-Geldautomaten verschwinden in den USA zunehmend aus dem Straßenbild. Immer mehr Bundesstaaten verschärfen ihre Gesetze, um Verbraucher vor Betrug über diese Automaten zu schützen. Einige Staaten setzen sogar auf ein vollständiges Verbot, wodurch die Zukunft der Branche immer unsicherer wird.

Auslöser ist ein deutlicher Anstieg von Betrugsfällen, bei denen Kriminelle ihre Opfer, häufig ältere Menschen, unter Druck setzen, Geld über Krypto-Geldautomaten zu überweisen. Da Transaktionen mit Kryptowährungen praktisch nicht rückgängig zu machen sind, verlieren Betroffene ihr Geld in vielen Fällen endgültig.

US-Bundesstaaten gehen schärfer gegen Krypto-Geldautomaten vor

Seit Mittwoch gelten in den US-Bundesstaaten Tennessee und Georgia neue Regeln. Tennessee wählt den härtesten Kurs und verbietet sowohl die Aufstellung als auch die Nutzung von Krypto-Geldautomaten und Kiosken. Gouverneur Bill Lee hatte das Gesetz bereits Anfang des Jahres unterzeichnet.

Georgia geht weniger weit, führt aber ebenfalls deutliche Einschränkungen ein. So gelten Limits für Transaktionen neuer und bestehender Nutzer. Betreiber müssen ihre Kunden zudem aktiv vor Betrug warnen. In bestimmten Fällen sind sie sogar verpflichtet, Betrugsopfer finanziell zu entschädigen.

Tennessee und Georgia sind keine Einzelfälle. Indiana hatte bereits früher in diesem Jahr ein Verbot eingeführt. In Minnesota sind Krypto-Geldautomaten ab dem 1. August verboten. Auch Delaware und New Jersey arbeiten an vergleichbaren Gesetzen.

Über Krypto-Geldautomaten lässt sich Bargeld etwa in Bitcoin (BTC) umtauschen oder umgekehrt. Obwohl die Automaten digitale Währungen leichter zugänglich machen sollen, werden sie nach Angaben US-amerikanischer Behörden immer häufiger von Betrügern missbraucht.

Betrug erhöht den Druck auf die Branche

Bei der häufigsten Betrugsmasche geben sich Täter als Bankmitarbeiter, Behördenvertreter oder Polizisten aus. Sie bringen ihre Opfer dazu zu glauben, ihr Geld sei in Gefahr, und schicken sie anschließend zu einem Krypto-Geldautomaten, um den Betrag an eine digitale Wallet zu transferieren.

Da Krypto-Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können, ist das Geld nach der Ausführung der Transaktion meist nicht mehr zurückzuholen.

Die wachsende Zahl von Betrugsfällen führt dazu, dass Behörden Betreiber stärker für Verbraucherschutz, Transaktionsüberwachung und Betrugsprävention in die Pflicht nehmen.

Auch Betreiber spüren die Folgen

Die strengeren Vorgaben haben inzwischen auch finanzielle Folgen für die Betreiber. So beantragte Bitcoin Depot im Mai Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Das Unternehmen hatte zuvor bereits vor erheblicher Unsicherheit durch das strengere regulatorische Umfeld und mehrere Gerichtsverfahren gewarnt.

Nach Einschätzung von Roshan Dharia, CEO der Beratungsgesellschaft Echo Base und Spezialist für Unternehmensrestrukturierungen, könnte dies ein Vorzeichen für größere Probleme in der Branche sein.

Über Jahre beruhte das Geschäftsmodell der Betreiber auf vergleichsweise hohen Transaktionsgebühren und begrenzter Aufsicht. Durch strengere Anforderungen bei Betrugsbekämpfung, Kontrollen und Verbraucherschutz steigen die Kosten nun rasch, während die Gewinnmargen sinken.

Nicht nur die Vereinigten Staaten verschärfen die Regeln. Auch Kanada erwägt ein landesweites Verbot von Krypto-Geldautomaten. Nach Einschätzung der kanadischen Regierung spielen die Automaten eine wichtige Rolle bei Betrug und der Geldwäsche krimineller Erlöse. Der Vorschlag sieht jedoch vor, dass Krypto weiterhin über zugelassene stationäre Wechselstuben gekauft werden kann.

Wenn immer mehr Regierungen diesem Kurs folgen, dürfte die Zukunft von Krypto-Geldautomaten in Nordamerika zunehmend unsicher werden.

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