Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb hat ihre Pläne für einen Börsengang erneut verschoben. Während das Unternehmen ursprünglich eine Notierung im Jahr 2025 anstrebte, wird nun erst nach 2028 mit einer IPO gerechnet. Die Entscheidung folgt auf Geldstrafen, Compliance-Problemen und internen Umstrukturierungen.
Zunächst interne Strukturen optimieren
Bithumb möchte die kommenden Jahre nutzen, um seine Organisation zu stärken. Bis mindestens 2027 liegt der Fokus auf der Verbesserung der buchhalterischen Prozesse und internen Kontrollen.
Finanzdirektor Jeong Sang-gyun erklärte auf der Hauptversammlung, dass das Unternehmen mit der Beratungsfirma Samjong KPMG zusammenarbeitet. Dieser Prozess soll sicherstellen, dass Bithumb die Anforderungen für eine Börsennotierung erfüllt.
Geldstrafen und Suspendierung als Auslöser
Die Verschiebung folgt auf eine schwierige Phase. Bithumb erhielt eine sechsmonatige Sperre und eine Geldstrafe von 24 Millionen Dollar wegen möglicher Verstöße gegen Anti-Geldwäsche-Regeln. Trotz dieser Rückschläge wurde CEO Lee Jae-won für zwei weitere Jahre wiedergewählt, was darauf hindeutet, dass die Aktionäre Vertrauen seinen aktuellen Kurs haben.
Bitcoin-Panne sorgte zuvor für Aufsehen
Anfang des Jahres geriet Bithumb aufgrund eines bemerkenswerten technischen Fehlers in die Schlagzeilen. Nutzern wurden versehentlich etwa 2.000 Bitcoin (BTC) gutgeschrieben, anstatt 2.000 südkoreanische Won. Dadurch entstand vorübergehend ein fiktiver Kontostand von über 40 Milliarden Dollar. Der Fehler stellte sich als Buchungspanne heraus und wurde anschließend korrigiert.
Südkorea bleibt ein führender Kryptomarkt
Der mögliche Börsengang von Bithumb wird als wichtige Entwicklung für den südkoreanischen Kryptosektor angesehen. Das Land gehört zu den aktivsten Märkten weltweit, mit schätzungsweise 16 Millionen Menschen, die ein Konto bei einer Kryptobörse besitzen.
Auch der Konkurrent Upbit, betrieben von Dunamu, soll Pläne für einen eigenen Börsengang nach einer Zusammenarbeit mit Naver Financial haben. Unterdessen arbeitet die südkoreanische Regierung an neuen Vorschriften für Stablecoins, und die Besteuerung von Kryptogewinnen bleibt ein Diskussionsthema. Diese Pläne wurden bereits mehrfach verschoben und könnten möglicherweise ganz gestrichen werden.
Mit der Verschiebung bis nach 2028 verfolgt Bithumb eine konservative Strategie. Das Unternehmen will zunächst beweisen, dass es bereit für die Börse ist, bevor es diesen Schritt tatsächlich geht.
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