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Die Kryptobörse Binance und ihr Gründer Changpeng Zhao sind im Vereinigten Königreich von knapp 1.700 Anlegern verklagt worden. Gemeinsam fordern sie rund 200 Millionen Dollar Schadensersatz. Nach Darstellung der Kläger bot Binance riskante Handelsprodukte ohne die erforderliche Genehmigung der britischen Finanzaufsicht an. Privatanleger hätten dadurch erhebliche Verluste erlitten.

Binance wegen riskanter Derivate unter Druck

Im Mittelpunkt der Klage stehen sogenannte Krypto-Derivate. Dabei handelt es sich um komplexe Finanzprodukte, mit denen Anleger per Hebel handeln können. Nach Angaben der Kläger machte Binance diese Produkte Ende 2019 britischen Privatanlegern zugänglich, ohne zuvor die notwendige regulatorische Genehmigung erhalten zu haben.

Viele betroffene Anleger sollen dadurch Zehntausende Dollar verloren haben. Insgesamt haben sich knapp 1.700 Anleger der Klage angeschlossen. Der Streitwert liegt bei rund 150 Millionen britischen Pfund, umgerechnet fast 200 Millionen Dollar.

Ein Sprecher von Binance erklärte gegenüber Reuters, das Unternehmen nehme seine gesetzlichen Pflichten ernst und werde sich entschieden gegen die Vorwürfe verteidigen.

Britische Aufsicht untersagte Krypto-Derivate

Der Fall steht im Kontext einer strengeren Regulierung in Großbritannien. Die Financial Conduct Authority (FCA) kam im Oktober 2020 zu dem Schluss, dass Krypto-Derivate für Privatanleger zu riskant seien, und kündigte deshalb ein Verbot an.

Dieses Verbot trat Anfang 2021 in Kraft. Die Aufsichtsbehörde betonte in dieser Woche erneut, dass Krypto-Assets weiterhin riskante Anlagen seien. Zwar hat die FCA zuletzt Privatanlegern den Zugang zu bestimmten Krypto-Exchange-Traded-Notes (ETNs) ermöglicht. Das Verbot von Krypto-Derivaten bleibt jedoch vorerst bestehen.

Weitere Regulierungsprobleme für Binance

Die Klage in Großbritannien kommt für Binance zu einem schwierigen Zeitpunkt. In der vergangenen Woche zog die Börse ihren Antrag auf eine MiCA-Lizenz in Griechenland zurück, nachdem zuvor berichtet worden war, dass der Antrag voraussichtlich abgelehnt werden dürfte.

Eine MiCA-Lizenz ist erforderlich, um ab dem 1. Juli regulierte Kryptodienstleistungen in der Europäischen Union anzubieten. Binance hat erklärt, die Lizenz nun über einen anderen EU-Mitgliedstaat beantragen zu wollen. Welches Land dafür infrage kommt, teilte das Unternehmen bislang nicht mit.

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