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Die SanDisk-Aktie, mit einem Kursanstieg von rund 640 Prozent in diesem Jahr einer der stärksten Werte im S&P 500, hat einen Teil ihrer beeindruckenden Gewinne wieder abgegeben. In der vergangenen Woche verlor der Hersteller von Flash-Speichern etwa 21 Prozent seines Börsenwerts. Seit dem Rekordkurs von mehr als 2.350 Dollar liegt die Aktie inzwischen über ein Drittel niedriger.

Am Mittwoch fiel SanDisk im vorbörslichen Handel zeitweise sogar auf rund 1.505 Dollar. Nach Handelsbeginn erholte sich der Kurs teilweise in Richtung 1.580 Dollar. Damit steht SanDisk inzwischen exemplarisch für die breitere Korrektur im Speichersektor. Auch Branchenwerte wie Samsung, SK Hynix und Micron gerieten in dieser Woche deutlich unter Druck.

SanDisk-Aktie korrigiert – Quelle: TradingView

Drei Gründe für den scharfen Kursrückgang

Die Verkaufswelle begann am vergangenen Donnerstag, als SanDisk nach einer Warnung des Analysehauses Morningstar mehr als 11 Prozent verlor. Research-Chefin Lorraine Tan erklärte, viele KI-Aktien könnten zunächst noch um 20 bis 30 Prozent korrigieren, bevor sie für Anleger wieder attraktiv würden. Besonders anfällig seien aus ihrer Sicht die Speicherhersteller mit den stärksten Kursanstiegen.

Zu Wochenbeginn folgte der nächste Dämpfer. Samsung legte zwar Rekordergebnisse vor und bestätigte damit die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherchips sowie das hohe Preisniveau. Zugleich kündigte der südkoreanische Konzern milliardenschwere Investitionen in neue Chipfabriken an. Mittelfristig dürfte dadurch das Angebot steigen, weshalb Anleger befürchten, dass die derzeitigen Rekordmargen der Branche unter Druck geraten.

Hinzu kommt, dass Anleger in dieser Woche bei den größten Gewinnern des KI-Sektors in großem Stil Gewinne mitnehmen. Kapital fließt zunehmend aus den am stärksten gestiegenen Aktien in zurückgebliebene Werte. Mit einem Kursanstieg von rund 640 Prozent in diesem Jahr zählt SanDisk zu den größten Gewinnern und steht deshalb besonders unter Druck. Auch Hedgefonds sollen ihre Positionen in Chipaktien in den vergangenen Wochen schrittweise reduziert haben.

Von der Abspaltung zum Börsenstar

Die kräftige Korrektur folgt auf eine außergewöhnliche Rally. SanDisk wurde Anfang 2025 von Western Digital abgespalten und entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einer der stärksten Aktien an der Wall Street. Der Kurs stieg um mehr als 640 Prozent, getrieben von der explosionsartig wachsenden Nachfrage nach Flash-Speichern für KI-Rechenzentren und einem jahrelangen Engpass bei den Produktionskapazitäten.

Auch die Geschäftszahlen spiegelten dieses Wachstum wider. Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz auf 5,9 Milliarden Dollar und lag damit mehr als dreimal so hoch wie ein Jahr zuvor. Der Börsenwert kletterte auf über 270 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig wurde die Bewertung immer anspruchsvoller. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 60 setzten Anleger darauf, dass das starke Wachstum noch über Jahre anhält. Genau das macht die Aktie anfällig. Der Speichersektor gilt als einer der zyklischsten Bereiche der Chipindustrie. Sobald das Angebot schneller wächst als die Nachfrage, können Preise und Margen rasch unter Druck geraten. Entsprechend sensibel reagieren Anleger häufig, sobald erste Hinweise auf eine Trendwende sichtbar werden.

Analysten sind sich uneins

Ob der jüngste Kursrückgang eine gesunde Korrektur ist oder der Beginn einer längeren Abwärtsphase, wird am Markt unterschiedlich beurteilt. Die Bank of America erhöhte mitten in der Verkaufswelle ihr Kursziel für SanDisk auf 2.500 Dollar und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Die Bank erwartet, dass die Engpässe bei Flash-Speichern und die hohen Preise mindestens bis 2027 anhalten.

Morningstar sieht dagegen größere Risiken. Nach Einschätzung des Analysehauses könnten die neuen Chipfabriken von Samsung und SK Hynix das Angebot schneller ausweiten, als der Markt derzeit erwartet. Sollte zugleich das Wachstum der KI-Investitionen nachlassen, könnte die aktuelle Preisrally im Speichersektor rascher kippen.

SanDisk investiert unterdessen weiter. Gemeinsam mit dem Partner Kioxia hat das Unternehmen vor Kurzem in Japan die Massenproduktion einer neuen Generation von Speicherchips gestartet. Zudem wurde die Zusammenarbeit beider Unternehmen bis Ende 2034 verlängert.

Für Anleger hat die vergangene Woche vor allem gezeigt, wie schnell die Stimmung bei hoch bewerteten Aktien drehen kann. Nach einem Kursanstieg von rund 640 Prozent im bisherigen Jahresverlauf reichte wenig aus, um Gewinnmitnahmen auszulösen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob der jüngste Rückgang nur eine vorübergehende Verschnaufpause war oder der Beginn einer breiteren Korrektur im Speichersektor.

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