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An den Finanzmärkten bestimmen vorerst zwei große Themen das Bild: künstliche Intelligenz und Öl.
Auf der einen Seite fließt Kapital in Chipkonzerne, Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Auf der anderen Seite ist der Ölpreis im Juni deutlich gefallen, weil Anleger auf eine weitere Entspannung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran setzen.
Diese Kombination stützt die Märkte. KI sorgt für Gewinnwachstum und Dynamik, während niedrigere Ölpreise die Inflationssorgen etwas dämpfen können.
Die KI-Rally dreht sich längst nicht mehr nur um Nvidia. Anleger suchen zunehmend nach Unternehmen, die von der nächsten Phase der KI-Investitionswelle profitieren.
Intel, Micron und AMD steigerten ihren gemeinsamen Börsenwert im zweiten Quartal um rund 2 Billionen Dollar. Das zeigt, wie stark das Interesse an Chips und Infrastruktur inzwischen geworden ist.

Wenn KI-Rechenzentren weiter wachsen, werden nicht nur Grafikchips benötigt, sondern auch Speicher, Prozessoren, Netzwerke, Energieversorgung und Produktionsanlagen.
Damit wird der KI-Trade breiter. Anleger setzen nicht nur auf den Gewinner von gestern, sondern auch auf Unternehmen, die den nächsten Engpass in der Wertschöpfungskette lösen.
Auch Amazon Web Services versucht, seine Position im KI-Geschäft auszubauen. Das Unternehmen will im Forward-Deployed Engineering wachsen, einem Modell, bei dem technische Teams direkt mit Kunden zusammenarbeiten, um KI-Systeme schneller in die Praxis zu bringen.

Das ist ein wichtiger Teil des Wettbewerbs mit Anbietern wie OpenAI und Anthropic. Denn bei KI geht es nicht nur um das beste Modell, sondern auch um die Umsetzung. Unternehmen wollen Systeme, die zu ihren eigenen Prozessen, Daten und Kunden passen.
Obwohl die chinesische Industrie im Juni Anzeichen einer Erholung zeigte, entwickelt sich die Wirtschaft weiter uneinheitlich. Vor allem der Technologiesektor profitiert von den weltweiten KI-Investitionen. Die Binnennachfrage bleibt dagegen schwach. Der Sportartikelhersteller Nike verzeichnete in der Region Großchina einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent, auch der Immobiliensektor und Hersteller von Konsumgütern stehen unter Druck.
Für Anleger ist das ein wichtiges Signal. China profitiert stark vom Export KI-bezogener Technologie, doch die heimischen Verbraucher bleiben vorsichtig. Das schafft bislang wenig Vertrauen in eine breite wirtschaftliche Erholung.
Der Ölpreis verzeichnete unterdessen den stärksten Monatsrückgang seit März 2020. Brent-Öl fiel im Juni um rund 21 Prozent, weil Anleger auf neue Gespräche zwischen Iran und den Vereinigten Staaten in Katar hoffen.
Niedrigere Ölpreise sind für die Märkte wichtig. Sie verringern das Risiko eines neuen Inflationsschocks und könnten den Notenbanken etwas mehr Spielraum geben, mit weiteren Zinserhöhungen abzuwarten.

Dennoch bleibt die Lage fragil. Die Signale rund um die Gespräche zwischen Iran und den USA sind uneinheitlich, weshalb Anleger vorsichtig bleiben.
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