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Kevin Warsh will die Federal Reserve erkennbar anders führen als seine Vorgänger. Der neue Chef der US-Notenbank hat fünf Taskforces eingesetzt, die die Zentralbank modernisieren sollen.
Dafür holt er prominente Namen an Bord.
Der frühere Präsident der Bank of England, Mervyn King, Tech-Investor Marc Andreessen, der ehemalige indische Notenbankchef Raghuram Rajan und Nobelpreisträger Thomas Sargent sollen an der Reformagenda mitwirken.
Warsh wurde von Donald Trump als Fed-Vorsitzender ins Spiel gebracht und warb mit der Idee eines „Regimewechsels“. Seit seinem Ausscheiden aus dem Fed-Direktorium im Jahr 2011 hatte er die Zentralbank immer wieder kritisiert.
Nun bekommt er die Gelegenheit, diese Kritik in Politik umzusetzen. Die fünf Taskforces befassen sich mit Kommunikation, der Bilanz der Fed, Datenerhebung, Produktivität im KI-Zeitalter und dem Inflationsrahmen.
Damit greift Warsh genau jene Themen auf, die in den kommenden Jahren für die Märkte entscheidend werden könnten.
Ein zentraler Punkt ist die Kommunikation. Warsh will, dass die Fed anders mit Investoren spricht. In den vergangenen Jahren hat sich die Zentralbank stark auf Forward Guidance gestützt, also auf die gezielte Steuerung von Erwartungen zu künftigen Zinssenkungen oder Zinserhöhungen.
Warsh scheint davon weniger zu halten. Für die Märkte könnte das erhebliche Folgen haben. Wenn die Fed weniger klare Signale für die Zukunft gibt, müssen Anleger stärker auf neue Konjunkturdaten reagieren und weniger auf Zusagen von Notenbankern. Das könnte die Volatilität erhöhen.
Am auffälligsten ist womöglich die Rolle von Marc Andreessen. Der Mitgründer von Andreessen Horowitz und profilierte Befürworter von Krypto und Technologie soll eine Taskforce zur Produktivität im KI-Zeitalter leiten.
Warsh geht davon aus, dass die Vereinigten Staaten vor einem KI-getriebenen Produktivitätsschub stehen. Sollte er recht behalten, könnte die Wirtschaft stärker wachsen, ohne dass die Inflation unmittelbar außer Kontrolle gerät.
Theoretisch gäbe das der Fed Spielraum für Zinssenkungen. Innerhalb der Zentralbank gibt es darüber jedoch keinen Konsens. Andere Fed-Vertreter verweisen darauf, dass der KI-Boom kurzfristig die Nachfrage nach Rechenzentren, Chips, Energie und Kapital erhöht. Das könnte die Inflation länger hoch halten.
Warsh will auch den Inflationsrahmen neu prüfen. Er hatte früher gesagt, die Fed solle stärker auf eine Trimmed-Mean-Kennzahl achten, bei der extreme Preisbewegungen herausgerechnet werden.
Das klingt technisch, ist aber relevant. Welche Inflationskennzahl die Fed in den Mittelpunkt stellt, beeinflusst mit, wie restriktiv oder locker die Zinspolitik ausfällt. Für die wichtigste Zentralbank der Welt zeichnen sich damit größere Veränderungen ab.
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