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Anleger ziehen sich zunehmend von der sogenannten Debasement-Strategie zurück. Bei dieser Strategie parken sie ihr Geld aus Angst vor geopolitischer Unsicherheit, anhaltender Inflation und einem schwächelnden Dollar in Bitcoin (BTC) und Gold.
Laut Analysten von JPMorgan erfolgt der Rückzug bei Bitcoin mittlerweile schneller als bei Gold, obwohl die zugrunde liegenden Sorgen, die diese Strategie jahrelang anheizten, weiterhin bestehen.
Das geht aus einem Bericht von Analysten unter der Leitung von Nikolaos Panigirtzoglou, Direktor bei JPMorgan, hervor. In der Woche bis zum 5. Juni verzeichneten Gold-ETFs Abflüsse von rund 20 Milliarden Dollar, während Bitcoin-ETFs seit Wochen unter anhaltendem Druck aufgrund von Abflüssen stehen.
„Wir beobachten einen umfassenden Rückzug aus der Debasement-Strategie, sowohl von privaten als auch von institutionellen Anlegern”, schreiben die Analysten. „Dieser Rückzug hat sich bei Bitcoin in den letzten Wochen sogar beschleunigt.”
Die Sorgen, die die Debasement-Strategie antreiben, sind zudem nicht verschwunden. Die weltweite Staatsverschuldung überschritt Ende 2024 die Grenze von 100 Billionen Dollar.
Laut dem „IMF World Economic Outlook“ vom April 2026 haben 23 Länder eine Staatsverschuldung von mehr als 100 Prozent ihres BIP. Japan ist mit 204 Prozent führend, gefolgt von Italien mit 138 Prozent, den Vereinigten Staaten mit 126 Prozent und Frankreich mit 118 Prozent.
Für die USA erwartet der IWF, dass die Staatsverschuldung bis 2031 auf 142 Prozent des BIP ansteigt. Das ist der stärkste Anstieg unter den großen Volkswirtschaften. Gleichzeitig müssen bis 2027 42 Prozent aller weltweiten Staatsschulden zu deutlich höheren Zinsen refinanziert werden.
Damit stellt sich die Frage, ob die Debasement-Strategie tatsächlich vorüber ist, umso dringlicher, denn die zugrunde liegenden Probleme sind nicht verschwunden.
Bemerkenswert ist, dass die Korrelation zwischen Bitcoin und der US-amerikanischen Zehnjahresrendite kürzlich negativ geworden ist, ähnlich wie zuvor bei Gold. Laut JPMorgan zeigt dies, dass Anleger derzeit weniger Interesse an nicht verzinslichen Anlagen haben.
Gleichzeitig bewegt sich Gold zunehmend im Einklang mit dem Aktienmarkt. Dadurch scheinen sowohl Gold als auch Bitcoin derzeit eher als risikobehaftete Anlagen zu fungieren und weniger als Mittel zur Risikostreuung in einem Portfolio.
Laut JPMorgan wird der Rückgang des Bitcoin-Kurses durch den geringeren Kapitalzufluss in den Markt verstärkt. Dies zeigt sich sowohl bei ETFs als auch bei Futures. Institutionelle Anleger reduzieren ihre Positionen, während die Long-Positionen in Gold bereits seit Ende Februar rückläufig sind. Auch Bitcoin verzeichnete Anfang Mai eine deutliche Wende.
Dennoch schließen die Analysten nicht aus, dass sich das Bild letztlich ändern könnte. Laut JPMorgan könnte der derzeitige Pessimismus ein positiver Kontraindikator sein. Wenn das Sentiment extrem negativ wird, bildet das oft die Grundlage für eine Markterholung.
Für eine nachhaltigere Erholung sind jedoch einige Voraussetzungen nötig, so JPMorgan. So wünschen sich Anleger beispielsweise mehr Klarheit darüber, wie Digital Asset Treasuries (DATs) ihre Dividendenverpflichtungen erfüllen wollen. Auch der Fortschritt der neuen Kryptogesetzgebung in den USA bleibt ein wichtiger Faktor.
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