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„Ganz nah dran, aber noch nicht am Ziel.“ Mit diesen Worten dämpfte der US-Vizepräsident JD Vance am Donnerstagabend die Erwartungen an ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran.

Die Finanzmärkte reagierten zuvor am Tag euphorisch auf Berichte über einen Durchbruch, doch Vance stellte klar, dass bisher keine Unterschrift geleistet wurde.

Letzte Hürden im Text

Laut Vance stocken die Verhandlungen noch an einigen Formulierungen im Entwurf. Es geht unter anderem um die iranische Urananreicherung, eine Forderung, die Washington seit Jahren als Knackpunkt betrachtet.

„Wir feilschen noch über einige Textstellen. Wir haben hier viel Fortschritt erzielt“, sagte Vance gegenüber Reportern in Washington. „Ich kann nicht garantieren, dass wir es schaffen, aber momentan habe ich ein gutes Gefühl.“

Trumps wichtigste rote Linie ist, dass Iran niemals eine Atombombe besitzen darf. Die USA fordern daher, dass Teheran die Produktion von hochangereichertem Uran einstellt und den bestehenden Bestand beseitigt. Dieses Material könnte theoretisch für eine Atombombe verwendet werden.

Trump schlug vor, dass der Bestand entweder in die USA gebracht oder gemeinsam mit Iran in einem Drittland verdünnt werden kann.

Märkte wittern Durchbruch

Gestern am späten Nachmittag berichtete Axios, dass sich die Verhandlungsführer auf den Rahmen eines 60-tägigen Waffenstillstands verständigt haben. Der Ölpreis fiel auf rund 94 Dollar pro Barrel und der S&P 500 legte um 0,25 Prozent zu.

Der Vorschlag sieht Berichten zufolge auch die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Iran soll innerhalb von dreißig Tagen alle Seeminen aus der Schifffahrtsroute entfernen. Durch die Meerenge fließen normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen, und die faktische Schließung treibt seit Ende Februar die Energiepreise und damit auch die Inflation in die Höhe.

Trump erhielt die Details am Donnerstag auf seinen Tisch, setzte aber noch nicht seine Unterschrift. Laut einem US-Beamten will der Präsident „ein paar Tage“ Bedenkzeit. Er möchte sicherstellen, dass Iran nicht doch noch zurückrudert und prüft zunächst den politischen Rückhalt im eigenen Land.

Waffenruhe bleibt fragil

Trotz diplomatischer Fortschritte kam es in der Nacht zum Donnerstag erneut zu Zwischenfällen an der Front. US-Truppen schossen vier iranische Drohnen ab, die laut Washington auf ein Handelsschiff gerichtet waren. Auch eine iranische Abschussrampe bei der Straße von Hormus wurde getroffen.

Iranische Staatsmedien berichteten ihrerseits, dass die Revolutionsgarden eine US-Basis in der Region angegriffen hätten. Zudem fing Kuwait eine ballistische Rakete aus Iran ab.

Trump hatte im Laufe des Krieges bereits mehrfach gedacht, einem Abkommen nahe zu sein. Immer wieder scheiterten die Gespräche. Vermittler aus Katar und Pakistan halten nun die Gesprächskanäle offen, und Trump sprach am Donnerstagnachmittag mit dem Emir von Katar über den aktuellen Stand der Dinge.

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