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Der iranische Aktienmarkt hat heute nach fast drei Monaten erstmals wieder eröffnet. Seit dem Ausbruch des Krieges zwischen Iran, den Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar war die Börse vollständig stillgelegt. Die Wiedereröffnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger weltweit aufgrund der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, steigender Inflation und möglicher neuer Erschütterungen der Öl- und Finanzmärkte nervös bleiben.

Mehr als 500 iranische Unternehmen durften am Dienstag wieder gehandelt werden. Gleichzeitig bleiben Dutzende Firmen wegen Schäden durch Bombardierungen und wirtschaftliche Zerrüttung geschlossen. Die Situation zeigt, wie tief der Krieg in die iranische Wirtschaft eingegriffen hat und warum Investoren Zuflucht in Gold, Fremdwährungen und sogar Bitcoin suchen.

Iranische Börse wieder geöffnet

Die iranische Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Organization bestätigte, dass die Börse nach einer 80-tägigen Schließung wieder in Betrieb ist. Laut Vorsitzendem Hojatollah Saydi konnten über 500 Unternehmen ihre Finanzberichte rechtzeitig einreichen und daher den Handel wieder aufnehmen.

Mehr als 40 Unternehmen, vor allem in der chemischen Industrie und Metallproduktion tätig, bleiben vorerst geschlossen. Viele dieser Firmen seien direkt von Kriegsschäden oder logistischen Problemen betroffen.

Die Börse in Teheran wurde Ende Februar geschlossen, nachdem Raketenangriffe der USA und Israels verschiedene Teile Irans trafen. Die Behörden wollten damit Panikverkäufe verhindern und Anleger vor extremer Volatilität schützen.

Dies gelang nur teilweise. Während der Schließung konnten Anleger ihre Positionen nicht verkaufen, während die wirtschaftliche Unsicherheit weiter zunahm. Die iranische Wirtschaft kämpft inzwischen mit hoher Inflation, internationalen Sanktionen und Schäden an wichtiger Infrastruktur.

Krieg und Ölpreise sorgen für Nervosität auf den Weltmärkten

Die Wiedereröffnung der iranischen Börse kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für die weltweiten Finanzmärkte. Anleger behalten vor allem den Ölpreis im Blick. Aufgrund des Krieges und Blockaden rund um die Straße von Hormus schwankt der Ölpreis schon länger um die 100 Dollar pro Barrel.

Analysten warnen, dass ein lang anhaltender Konflikt die weltweite Inflation erneut anheizen könnte. Marktkenner zufolge könnte dies auch Auswirkungen auf Aktien, Anleihen und den Kryptomarkt haben.

Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen stiegen heute wieder an, nachdem die zuvor um Iran bestehende Ruhe rasch verflogen war. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Zentralbanken Zinssenkungen länger aufschieben könnten, wenn die Energiepreise hoch bleiben.

Das trifft risikoreiche Anlagen direkt. Sowohl Technologieaktien als auch Krypto mussten in den vergangenen Wochen bereits mehrfach Rückschläge aufgrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen hinnehmen. In früheren Bitcoin-Nachrichten wurde bereits berichtet, dass Anleger immer sensibler auf Entwicklungen rund um Iran und den Ölpreis reagieren.

Anleger flüchten in Gold, Dollar und Krypto

Laut iranischen Medien halten viele Einwohner ihr Erspartes mittlerweile lieber in Fremdwährungen, Gold, Immobilien oder Krypto. Das Vertrauen in die lokale Wirtschaft steht durch die Kombination aus Krieg und Inflation stark unter Druck.

Der iranische Hauptindex TEDPIX stand Anfang des Jahres noch auf einem Rekordniveau von fast 4,5 Millionen Punkten. Kurz darauf begann ein starker Rückgang durch Proteste, Internetblockaden und die zunehmende Kriegsgefahr.

Analysten erwarten, dass die Wiedereröffnung der Börse mit einem starken Verkaufsdruck einhergehen könnte. Um extreme Bewegungen einzudämmen, dürfen die meisten Aktien an einem Handelstag maximal drei Prozent steigen oder fallen.

Unterdessen schauen Anleger weltweit gespannt auf den nächsten Schritt von Donald Trump und mögliche neue Eskalationen im Nahen Osten. Ein weiterer Anstieg der Ölpreise würde nicht nur die Aktienmärkte belasten, sondern möglicherweise auch den Bitcoin-Kurs erneut unter Druck setzen.

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