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Iran erwägt einen neuen US-Friedensvorschlag, während Pakistans Armeechef heute in Teheran landet. Im Hintergrund knistert es zwischen Donald Trump und Benjamin Netanjahu, der lieber die Angriffe wieder aufnehmen würde als einen Deal zu schließen.
Die Hoffnung auf einen Durchbruch zeigt sich an den Finanzmärkten, auch wenn wir mittlerweile wissen, dass Trumps Worte mit Vorsicht zu genießen sind.
Der pakistanische Armeechef Asim Munir fliegt heute in die iranische Hauptstadt, um die Gespräche voranzutreiben, berichtet die Nachrichtenagentur ISNA. Es ist sein zweiter Besuch in kurzer Zeit, nachdem auch der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi gestern bereits in Teheran war.
Laut Reuters versucht Islamabad die Kommunikation zwischen Washington und Teheran zu verbessern. „Wir sprechen mit allen verschiedenen Gruppen im Iran, um die Kommunikation zu vereinfachen und so die Angelegenheit zu beschleunigen“, sagte eine an den Verhandlungen beteiligte Quelle der Agentur.
Iranische Staatsmedien berichten, dass Teheran derzeit „auf einen von den USA gesendeten Text antwortet“. Der Besuch des pakistanischen Armeechefs solle dazu dienen, die Differenzen zu überbrücken und eine offizielle Ankündigung näher zu bringen.
Gestern erklärte Trump, dass er noch „ein paar Tage“ auf die richtigen Antworten aus dem Iran warten wolle. Danach stünde die Wiederaufnahme der Angriffe wieder im Raum.
„Glauben Sie mir, wenn wir nicht die richtigen Antworten bekommen, geht alles sehr schnell. Wir sind alle bereit, loszulegen,“ sagte Trump gegenüber Reportern auf der Luftwaffenbasis Joint Base Andrews. Zuvor am Tag bezeichnete er die Gespräche als „in der letzten Phase“.
Die Aussagen des Präsidenten gaben gestern der Wall Street und auch Bitcoin einen Schub. Gleichzeitig fiel der Ölpreis jedoch stark zurück und auch die Renditen amerikanischer Staatsanleihen gaben deutlich nach.
Die Renditen auf amerikanische Staatsanleihen und auch in vielen anderen Ländern erreichten diese Woche historische Höchststände. Das erschwert es den Zentralbanken, die Zinsen zu senken, während Wirtschaft und Märkte unter dem Druck ächzen.
Die iranische Revolutionsgarde reagierte gestern mit unverblümter Sprache auf die amerikanischen Drohungen. „Wenn die Aggression gegen Iran wiederholt wird, wird der versprochene regionale Krieg diesmal weit über die Region hinausgehen, und unsere verheerenden Schläge werden euch zerschmettern“, schrieb die Garde auf ihrer Website Sepah News.
Irans Außenminister Abbas Araghchi legte auf X noch nach: „Eine Rückkehr zum Krieg wird noch viele weitere Überraschungen bereithalten.“
Der Waffenstillstand zwischen Iran und Israel gilt seit dem 8. April, doch sechs Wochen später gibt es kaum Fortschritte. Der Krieg brach am 28. Februar aus und kostete führende Persönlichkeiten wie den Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei das Leben.
Inzwischen berichtet CNN, dass Iran seine Rüstungsindustrie schneller wieder aufbaut, als es die amerikanischen Geheimdienste eingeschätzt hatten. Die Drohnenproduktion sei während des Waffenstillstands bereits teilweise wieder aufgenommen worden.
Hinter den Kulissen knirscht es zwischen Washington und Israel. Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hatten am Dienstag ein angespanntes Telefonat über die Kriegsführung, berichtet das Wall Street Journal.
Laut Axios war Netanjahu nach dem Gespräch „in Rage“. Der israelische Premier will die Angriffe wieder aufnehmen, um die iranische Militärkapazität weiter zu schwächen, während Trump zu einem Abkommen neigt. Der US-Präsident verschob einen geplanten Angriff am vergangenen Sonntag auf Bitten von Golfstaaten wie Katar und den VAE.
Ob der derzeit vorliegende Vorschlag von Teheran angenommen wird, bleibt abzuwarten. Laut Reuters wiederholt der iranische Gegenvorschlag weitgehend Forderungen, die Trump zuvor abgelehnt hatte, darunter die Kontrolle über die Straße von Hormus, die Aufhebung der Sanktionen und den Abzug amerikanischer Truppen.
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