Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die amerikanische Zentralbank kommenden Mittwoch die Zinsen senkt. Darauf warten Investoren bereits das ganze Jahr, dennoch könnte Bitcoin (BTC) mit einem Kursrückgang reagieren. Wie das zusammenhängt, erklären wir in diesem Artikel.
Bitcoin-Rallye kommt zum Stillstand
Nach einer starken Rallye letzte Woche erreichte Bitcoin einen Höchststand von 116.700 Dollar. Aber zu Beginn der neuen Woche sehen wir einen leichten Rückgang, der Kurs fiel um fast 2 Prozent auf unter 115.000 Dollar.
Die Unsicherheit erstreckt sich auch weiterhin auf den Kryptomarkt. Altcoins sind stärker betroffen. So verzeichnet Dogecoin (DOGE) einen deutlich größeren Verlust von 7,8 Prozent in den letzten 24 Stunden. Auch Solana (SOL) und Cardano (ADA) erleiden starke Einbußen mit einem Rückgang von jeweils 4 und 3,5 Prozent.
Zinssenkung der Fed rückt näher, Markt hält den Atem an
Alle Augen sind auf die amerikanische Federal Reserve (Fed) gerichtet, die am Mittwoch erwartungsgemäß zum ersten Mal in diesem Jahr die Zinsen senken wird. Der Markt rechnet fast vollständig mit einer Senkung um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) und sogar mit einer kleinen Chance von 5,8 Prozent, dass es zu einer Senkung um 50 Basispunkte kommen könnte.
Diese Entwicklungen sind im Allgemeinen sehr gut für die Finanzmärkte. Denn niedrigere Zinsen machen das Leihen günstiger. Und das sorgt dafür, dass mehr Geld im Markt verfügbar ist, das nach höheren Renditen sucht. Dies geht oft mit steigenden Kursen einher.
Sell-the-news-Gefahr
Aber es gibt unter Experten Bedenken hinsichtlich des sogenannten ‘Sell-the-news’-Effekts. Das ist ein Phänomen, bei dem Anleger gerade Gewinne mitnehmen, sobald die erwarteten Nachrichten tatsächlich eintreffen, wodurch der Markt trotz positiver Nachrichten dennoch fällt.
Darüber hinaus weisen die Analysten von The Kobeissi Letter auf ein weiteres auffälliges Muster hin. So findet die Zinssenkung derzeit statt, während die Aktienmärkte nahe ihrer Rekordstände notieren.
Laut den Analysten geschah dies seit 1996 nur drei Mal zuvor. Sie denken daher, dass Anleger in risikoreichen Vermögenswerten wie Bitcoin das Szenario bereits zu erahnen scheinen. „Die steigenden Preise von Gold und Bitcoin zeigen, dass der Markt die Zinssenkung bereits eingepreist hat“, schreibt Kobeissi.
Das große Feuerwerk scheint kurzfristig bereits vorbei zu sein. Immer mehr Händler nehmen Gewinne im Vorfeld der Zinsentscheidung am Mittwoch mit, während eine Senkung um 25 Basispunkte weitgehend eingepreist zu sein scheint. Sollte die Fed jedoch unerwartet für eine doppelte Senkung von 50 Basispunkten optieren, könnte dies dennoch für eine kräftige Belebung auf dem Kryptomarkt sorgen.
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