Der traditionelle Vermögensverwalter WisdomTree, der rund 150 Milliarden Dollar verwaltet, setzt verstärkt auf Tokenisierung und Blockchain. Was als Erkundungsprojekt begann, hat sich zu einem festen Bestandteil der Strategie entwickelt. Laut dem CEO ist die Rentabilität sogar in greifbarer Nähe, was die schnelle Veränderung des Marktes unterstreicht.
Tokenisierung als Treiber des schnellen Wachstums
Während einer Veranstaltung in New York erklärte CEO Jonathan Steinberg, dass die Krypto-Aktivitäten des Unternehmens kein Experiment mehr seien. „Wir wollen weiter skalieren. Letztes Jahr sind wir von etwa 30 Millionen Dollar auf rund 750 Millionen Dollar an Vermögenswerten gewachsen“, sagte er. „Wir verdienen noch kein Geld damit, aber die Rentabilität rückt näher.“
Der Vermögensverwalter hat in den letzten Jahren stark in Blockchain-Infrastruktur investiert und eine Reihe von tokenisierten Fonds aufgelegt. Zudem expandierte das Unternehmen in neue Netzwerke wie Solana (SOL).
Laut Steinberg basiert diese Entscheidung auf langfristiger Überzeugung. „Es ist noch früh, aber es ist kein Experiment mehr. Wir haben Überzeugung. Letztendlich wird alles on chain sein.“
Was bedeutet Tokenisierung?
Tokenisierung bedeutet, dass ein Vermögenswert wie Immobilien, Gold oder ein Fonds in digitale Tokens auf einer Blockchain umgewandelt wird. Diese Tokens repräsentieren ein Eigentumsrecht oder einen Wert in diesem Vermögenswert, oft auch in Bruchteilen, und bilden einen digitalen Eigentumsnachweis, den man einfach speichern und handeln kann, ohne Zwischenhändler.
Dieses schnelle Wachstum spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Bei der letzten Quartalspräsentation berichtete WisdomTree, dass das Volumen der tokenisierten Anlagen auf 770 Millionen Dollar gestiegen ist. Das ist 25-mal so viel wie im Jahr 2024. Damit ist WisdomTree vielen anderen traditionellen Vermögensverwaltern voraus, die noch zögerlich versuchen, mit Krypto umzugehen.

Alte Banksysteme weichen der Blockchain
Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie ist WisdomTree Connect. Diese Plattform ermöglicht es, diese Fonds zwischen Self-Custody-Wallets und institutionellen Plattformen zu bewegen. Anleger erhalten so mehr Kontrolle, während das Unternehmen weiterhin innerhalb der bestehenden Regelungen agiert.
Zuvor hatte WisdomTree das Unternehmen Securrency übernommen, das sich auf Vorschriften und Aufsicht rund um die Tokenisierung konzentriert. Später wurde Securrency an die DTCC verkauft. Laut Steinberg war dies ein wichtiger Schritt, um sogenannte compliance-bewusste Tokens zu ermöglichen.
Für Steinberg geht es nicht nur um neue Anlageprodukte. „Das ist größer als Vermögensverwaltung. Es geht um Finanzdienstleistungen“, sagte er. „Banken bauen seit Jahrhunderten auf alten Systemen auf. Diese Modernisierung muss irgendwann geschehen.“
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