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Der amerikanische Anleihemarkt sorgt erneut für Nervosität an der Wall Street. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen sind gestiegen und haben das höchste Niveau seit 2007 erreicht. Laut der Großbank HSBC befinden sich US-Staatsanleihen mittlerweile in einer „Gefahrenzone“, die Druck auf Aktien, Krypto und andere risikoreiche Anlagen ausüben könnte.
Besonders der Anstieg der dreißigjährigen US-Staatsanleiherendite besorgt Analysten. Diese stieg am Dienstag kurzzeitig über fünf Prozent, ein Niveau, das Investoren seit Jahren nicht mehr gesehen haben.
Die Verkaufswelle auf dem Anleihemarkt nahm in dieser Woche weiter zu. Die Rendite der dreißigjährigen US-Staatsanleihe kletterte auf über 5,19 Prozent. Auch die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe stieg in Richtung 4,7 Prozent.
Laut Strategen von HSBC stellt insbesondere die zehnjährige Rendite einen wichtigen Wendepunkt für die Finanzmärkte dar. Sobald die Rendite zu stark steigt, werden Aktien und andere Anlagen weniger attraktiv. Höhere Renditen bedeuten nämlich höhere Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher.
HSBC warnt, dass Investoren mit einer länger anhaltenden Hochzinspolitik der US-Notenbank rechnen. Hartnäckige Inflation und steigende Ölpreise, unter anderem aufgrund von Spannungen im Nahen Osten, sorgen dafür, dass der Markt weniger schnell mit Zinssenkungen rechnet.
Dennoch reagieren die Aktienmärkte vorerst relativ gelassen auf die steigenden Renditen. Laut HSBC liegt das daran, dass die Unternehmensgewinne stark bleiben und Investoren erwarten, dass die geopolitischen Spannungen vor allem Einfluss auf den Ölpreis haben.
Marktstratege Steve Sosnick von Interactive Brokers bezeichnet die aktuelle Situation als „gelbe Warnung“ für Investoren. Seiner Meinung nach könnte sich die Lage schnell ändern, wenn die zehnjährige Rendite weiter in Richtung 4,65 Prozent bis 4,7 Prozent steigt.
Auch andere Analysten warnen, dass Aktienkurse unter Druck geraten könnten, wenn die Renditen weiter steigen. Laut BMO Capital Markets könnte ein Anstieg der dreißigjährigen Rendite in Richtung 5,25 Prozent zu einer breiteren Korrektur an den Finanzmärkten führen.
Für Krypto-Investoren sind steigende Renditen ebenfalls bedeutend. Höhere Anleiherenditen machen sichere Anlagen attraktiver als risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien und Kryptowährungen. Das könnte zusätzlichen Druck auf den Bitcoin Kurs und den breiteren Kryptomarkt ausüben.
Der amerikanische Anleihemarkt gilt weltweit als Fundament des Finanzsystems. Wenn die Renditen schnell steigen, erhöhen sich die Finanzierungskosten für nahezu alle Märkte. Das betrifft nicht nur Aktien, sondern auch Immobilienmärkte, Unternehmensanleihen und den Kryptosektor.
Anleger achten daher genau auf neue Inflationszahlen und Signale der Federal Reserve. Wenn die US-Notenbank die Zinsen länger hoch hält, könnte das den Druck auf risikoreiche Märkte weiter erhöhen.
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