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Die Finanzaufsicht in Hongkong hat strengere Sicherheitsvorgaben angekündigt für Kryptobörsen und Online-Broker. Hintergrund ist die deutliche Zunahme von Phishingangriffen, bei denen Kriminelle Nutzer dazu bringen, selbst Zugriff auf ihre Kryptowährungen oder Konten zu gewähren.
Unternehmen haben ein Jahr Zeit, die neuen Regeln umzusetzen. Eine zentrale Änderung: Einmalpasswörter per SMS, E-Mail oder Authentifizierungs-App reichen künftig nicht mehr als wichtigste Sicherheitsmethode aus.
Stattdessen müssen Handelsplattformen auf phishingresistente Lösungen umstellen, etwa registrierte Geräte mit kryptografischer Verifizierung oder physische Sicherheitsschlüssel. Nach Einschätzung der Hong Kong Securities and Futures Commission (SFC) lassen sich diese Verfahren von Betrügern deutlich schwerer missbrauchen.
Der Schritt kommt nicht überraschend. Nach Angaben des Hong Kong Cyber Security Accident Coordination Center ging im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte aller gemeldeten Cybervorfälle auf Phishing zurück.
Zusätzliche Maßnahmen seien nötig, um Kunden besser vor immer raffinierteren Phishing- und Betrugsangriffen zu schützen, sagt SFC-Vertreter Dr. Ye Zhiheng.
Wie stark das Problem wächst, zeigen auch aktuelle Zahlen. Im ersten Quartal 2026 wurden weltweit digitale Vermögenswerte im Wert von 482 Millionen Dollar gestohlen. Rund 306 Millionen Dollar davon gingen verloren, weil Opfer betrügerische Transaktionen selbst freigaben oder ihre Daten an Kriminelle weitergaben.
Auch in den folgenden Monaten nahm die Zahl der Vorfälle weiter zu. In dieser Woche verlor ein Investor fast 1 Million Dollar, nachdem er im Ethereum-Netzwerk eine betrügerische Transaktion genehmigt hatte. Anfang des Monats verlor ein anderer Nutzer sogar 1,65 Millionen Dollar, nachdem er sich mit einer gefälschten Plattform verbunden und einen schädlichen Smart Contract signiert hatte.
Betrüger beschränken sich zudem nicht auf gefälschte Websites. Anfang des Jahres tauchten auch Google-Anzeigen auf, die sich als die dezentrale Börse Uniswap ausgaben. Über diese Anzeigen sollen Kriminelle mehr als 400.000 Dollar erbeutet haben.
Die wachsenden Schäden durch Phishing führen seit Längerem zu Forderungen nach besserem Schutz für Wallets und Handelsplattformen. Binance-Mitgründer Changpeng Zhao hatte bereits strengere Sicherheitsmaßnahmen gefordert, nachdem ein Investor durch einen sogenannten Address-Poisoning-Angriff rund 50 Millionen Dollar verloren hatte.
Bei einem solchen Angriff erstellen Kriminelle eine Wallet-Adresse, die einer zuvor verwendeten Adresse stark ähnelt. Wer anschließend die falsche Adresse kopiert, schickt seine Coins unbemerkt an den Angreifer.
Mit den neuen Vorgaben will Hongkong es Cyberkriminellen deutlich erschweren, Nutzer auf diese Weise zu täuschen. Zugleich zeigen die Maßnahmen, wie groß das Phishingproblem in der Kryptobranche inzwischen geworden ist.
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