Die Gründer des Kryptomining-Unternehmens HashFlare, Sergei Potapenko und Ivan Turõgin, werden von US-Anklägern der großangelegten Kryptobetrugs beschuldigt. Sie sollen ein Schneeballsystem eingerichtet haben, mit dem sie weltweit 577 Millionen Dollar von Investoren erbeutet haben.
Laut der Staatsanwaltschaft handelt es sich hierbei um den größten Betrugsfall mit Kryptowährungen, der jemals vom Gericht in Seattle behandelt wurde. Dem Duo wird vorgeworfen, Investoren bewusst getäuscht und Geld verwendet zu haben, um einen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren.
HashFlare verkaufte gefälschte Verträge an 440.000 Kunden
HashFlare verkaufte zwischen 2015 und 2019 digitale ‘Miningverträge’, mit denen Kunden Kryptowährungen wie Bitcoin minen lassen konnten. Tatsächlich existierte der Großteil dieser Miningkapazität nicht, behaupten die Ankläger. Die Erträge, die Kunden erhielten, stammten aus dem Geld neuer Investoren — eine klassische Pyramidestruktur.
Insgesamt wurden über 440.000 Menschen Opfer, davon mehr als 50.000 in den Vereinigten Staaten. Sie investierten zusammen mehr als 130 Millionen Dollar.
Potapenko und Turõgin bekennen sich schuldig, fordern jedoch mildere Strafe
Potapenko und Turõgin wurden im November 2022 in Estland festgenommen und saßen dort 16 Monate in Haft. Im Mai 2024 wurden sie an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Dort gestanden sie, sich der Verschwörung zum Telekommunikationsbetrug schuldig gemacht zu haben. Ihre Anwälte plädieren nun für eine Strafmilderung.
Laut ihrer Verteidigung haben Kunden letztendlich mehr Kryptowährungen abgehoben, als sie investiert hatten, auch dank des Marktanstiegs. Insgesamt sollen Kunden Kryptowährungen im Wert von 2,3 Milliarden Dollar abgehoben haben, gegenüber einer Gesamtinvestition von 487 Millionen.
Beschlagnahmte Millionen könnten Opfer entschädigen
Als Teil einer früheren Einigung wurden mehr als 400 Millionen Dollar an Vermögenswerten des Duos konfisziert. Die Verteidigung behauptet, dass dieser Betrag ausreicht, um alle Opfer vollständig zu entschädigen, wodurch der finanzielle Schaden begrenzt bleiben würde.
Dennoch bestehen die Ankläger auf eine Gefängnisstrafe von zehn Jahren. Ihrer Meinung nach ist dies notwendig, um die Schwere des Verbrechens zu reflektieren und Wiederholungen zu verhindern.
Abschiebungsbefehl sorgt für rechtliche Verwirrung
Obwohl das Gericht entschieden hat, dass Potapenko und Turõgin in den USA bleiben müssen bis zum Urteil, erhielten sie im April unerwartet einen Abschiebungsbefehl vom Department of Homeland Security. Dies wirft Fragen auf, wie ausländische Verdächtige in grenzüberschreitenden Kryptokriminalitätsfällen behandelt werden.
Die US-Behörden wollen, dass der Fall im eigenen Land behandelt wird, angesichts der großen Gruppe amerikanischer Opfer und des Umfangs des Betrugs.
Gerichtsverhandlung am 14. August 2025
Die Gerichtsverhandlung von Potapenko und Turõgin ist für den 14. August 2025 angesetzt. Bis dahin sind sie gegen Kaution freigelassen. Die US-Justiz möchte mit diesem Fall ein klares Signal senden: Großangelegter Kryptobetrug wird schwer bestraft.
„HashFlare war kein innovatives Kryptounternehmen, sondern ein ausgeklügeltes Schneeballsystem“, so die Ankläger. „Die Strafe muss den Schaden anerkennen und zukünftige Betrüger abschrecken.“
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