Die Gründer der indischen Kryptobörse CoinDCX, Sumit Gupta und Neeraj Khandelwal, stehen im Fokus einer Untersuchung wegen möglichem Anlagebetrug. Laut The Economic Times sollen die beiden festgenommen worden sein, während andere Quellen von einer Befragung sprechen. Der Fall wirft erneut ein negatives Licht auf den indischen Kryptosektor.
Fake-Website, keine Fake-Exchange
Wichtig zu verstehen: Der Betrug betraf nicht CoinDCX selbst. Eine kriminelle Gruppe erstellte eine gefälschte Website, die sich als das offizielle Plattform ausgab. Ein 42-jähriger Versicherungsberater fiel darauf herein und verlor umgerechnet etwa 75.000 Dollar.
CoinDCX bestreitet jede Verwicklung und bezeichnet die Beschwerde als „falsch“. Laut dem Unternehmen wurden die gestohlenen Gelder auf externe Konten transferiert, die nicht mit der Börse in Verbindung stehen. Das Unternehmen erklärt, es arbeite vollständig mit den Behörden zusammen.
Die Frage bleibt, warum die Gründer befragt oder festgenommen werden. Das ist bisher unklar, und die widersprüchlichen Berichte aus Indien tragen nicht zur Klärung bei.
Über 1.200 Fake-Websites in zwei Jahren
Der Fall offenbart ein größeres Problem. Zwischen April 2024 und Januar 2026 meldete CoinDCX über 1.212 Phishing-Websites, die sich als das offizielle Plattform ausgaben. Das entspricht durchschnittlich fast zwei pro Tag.
Dieses Problem ist nicht einzigartig für CoinDCX. Weltweit werden Kryptoplattformen von Betrügern imitiert, die sich die Unkenntnis vieler Nutzer mit digitalen Anlagen zunutze machen. In Indien ist das Problem besonders groß: Laut dem Innenministerium waren Online-Investitionsbetrügereien 2025 für 76 % aller finanziellen Verluste im Land verantwortlich.
CoinDCX schon früher in der Kritik
Es ist nicht das erste Mal, dass CoinDCX negativ in den Schlagzeilen steht. Im Juli 2025 wurde die Plattform Opfer eines Hacks, bei dem etwa 44 Millionen Dollar von einem internen Konto gestohlen wurden. Das Unternehmen erklärte damals, dass Kundengelder sicher geblieben seien.
CoinDCX wurde 2018 gegründet und hat seinen Sitz in Mumbai. Im Oktober 2025 wurde die Börse noch mit rund 2,45 Milliarden Dollar bewertet, nachdem Coinbase Ventures investiert hatte. Die aktuellen Entwicklungen setzen diese Bewertung unter Druck.
Was bedeutet das für den indischen Kryptomarkt?
Der Ausgang der Untersuchung könnte erhebliche Auswirkungen auf das Vertrauen in die indische Kryptobranche haben. Indien ist einer der am schnellsten wachsenden Kryptomärkte der Welt, kämpft jedoch gleichzeitig mit einer Welle von Betrug und Täuschung, die das Vertrauen der Verbraucher untergräbt.
Für Nutzer von Kryptoplattformen ist die Lehre klar: Immer überprüfen, ob man sich auf der offiziellen Website befindet, wo möglich die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen und bei unbekannten Links oder Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein, besonders vorsichtig sein.
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