Die Tokenisierung gewinnt bei Banken und Vermögensverwaltern an Boden – selbst während der Bitcoin (BTC)-Kurs alles andere als stabil ist. Zogen sich Institutionen früher bei Marktvolatilität häufig zurück, bleibt das Interesse diesmal bemerkenswert konstant. Die Frage ist, ob die Tokenisierung inzwischen eine eigenständige Position erobert hat, die nicht mehr mit der Volatilität des Kryptomarkts mitpendelt.
Galaxy sieht deutliche Verschiebung im Marktverhalten
Laut Thomas Cowan, Leiter der Tokenisierung bei Galaxy, ist das genau der Fall. Er sagte während der Konferenz The Bridge in New York, in den vergangenen Monaten sei „eine Entkopplung des Interesses an Tokenisierung vom Bitcoin-Preis“ sichtbar.
Früher wandten sich Banken und Vermögensverwalter vor allem dann Krypto zu, wenn die Kurse stiegen. Fielen die Märkte, verschwanden viele dieser Teams wieder. Doch laut Cowan ist dieses Muster nun durchbrochen. Institutionen erkennen zunehmend, dass Blockchain-Technologie beim Transfer und der Verwahrung traditioneller Finanzprodukte eine Rolle spielen kann.
Tokenisierung bedeutet, dass traditionelle Produkte wie Öl oder Anleihen in digitale Token auf einer Blockchain umgewandelt werden, sodass sie schneller und einfacher bewegt werden können. Diese Entwicklung erhielt im vergangenen Jahr einen Schub durch gelockerte Regeln unter der Regierung Trump. In der Folge starteten große Finanzinstitute neue Pilotprojekte.
Unterdessen schwankte der Bitcoin-Kurs stark. Anfang Oktober stieg er auf über 126.000 Dollar, inzwischen liegt er bei 103.400 Dollar.
Cowan: Die Transformation wird in den kommenden Jahren sichtbar
Cowan hofft, dass die Branche im nächsten Jahr zeigen kann, dass Tokenisierung „einfach eine bessere, schnellere und günstigere Methode ist, finanzielle Vermögenswerte zu bewegen und zu verwahren“. Da Institutionen oft langfristig denken, sei vor allem überzeugender Nachweis wichtig. „Sie sehen diese Technologie als etwas, das das Rückgrat ihrer Finanzsysteme bilden wird.“
Ein Bereich, in dem dies seiner Ansicht nach bereits geschieht, ist der Markt für stablecoins. Seit die Vereinigten Staaten Anfang dieses Jahres Gesetze zur Regulierung von Stablecoins verabschiedet haben, hat die Adoption stark angezogen. Auch tokenisierte Geldmarktfonds gewinnen an Boden. Diese Fonds investieren unter anderem in Staatsanleihen und sprechen vor allem Akteure an, die Rendite wollen, ihr Kapital aber dennoch on-chain halten möchten.
Nach Cowans Einschätzung nähert sich die Branche einem Punkt, an dem sich die Technologie gegenüber großen, bislang zögerlichen Akteuren wirklich bewähren wird. Er nennt die kommenden Jahre „den Zeitpunkt, an dem die Transformation sichtbar wird“.
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