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Finanzinstitute investieren zunehmend in Tokenisierung und Stablecoins, um Transaktionen effizienter und schneller zu gestalten. Laut Vertretern von Franklin Templeton und BNP Paribas könnte diese Technologie den europäischen Kapitalmarkt grundlegend transformieren. Diese Entwicklung fügt sich in einen größeren Trend ein, da auch die Wall Street verstärkt auf Blockchain-Technologie setzt.

Neue Anwendungen für Finanzmärkte

Auf dem WAIB Summit 2026 in Monaco diskutierten Führungskräfte beider Finanzinstitute über die Potenziale von tokenisierten Vermögenswerten. Ihrer Ansicht nach kann Tokenisierung eine effizientere Kapitalnutzung, mehr Liquidität und einfachere grenzüberschreitende Finanzgeschäfte ermöglichen.

Rafael Mastroberardino, der bei Franklin Templeton für digitale Partnerschaften verantwortlich ist, sieht in der Tokenisierung eine Möglichkeit, Institutionen mehr Flexibilität und Wahlfreiheit zu bieten. Seiner Meinung nach ist dies ein wesentlicher Grund, warum Banken und große Unternehmen zunehmend eigene Lösungen entwickeln.

Auch bei BNP Paribas hegt man ähnliche Erwartungen. Julien Clausse betont, dass die Blockchain verschiedene Arten von Wertpapieren auf derselben Infrastruktur zusammenführen kann. Wenn diese Systeme gut integriert sind, eröffnen sich laut ihm neue Möglichkeiten für Banken, Vermögensverwalter und andere institutionelle Akteure.

USA führen bei Tokenisierung

Die Vereinigten Staaten scheinen derzeit weiter fortgeschritten als Europa, wenn es um die Anwendung von Tokenisierung im Finanzsektor geht. Verschiedene große Banken, Aufsichtsbehörden und Börsenunternehmen arbeiten bereits an konkreten Projekten, die den Handel mit Finanzprodukten auf die Blockchain bringen sollen.

So sollen große US-Banken wie JPMorgan Chase und Bank of America an einem Netzwerk für tokenisierte Einlagen arbeiten. Dieses soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 starten und die Geschwindigkeit und Effizienz von Zahlungen im regulierten Finanzsystem verbessern.

Auch die Aufsichtsbehörden unternehmen Schritte. Im März erteilte die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) die Genehmigung für ein Pilotprojekt der Nasdaq, das den Handel mit tokenisierten Versionen populärer Aktien und Wertpapiere erproben soll.

Kurz darauf schloss die New Yorker Börse eine Kooperation mit der Tokenisierungsplattform Securitize. Gemeinsam wollen sie Blockchain-Technologie für den Handel mit Aktien und ETFs einsetzen. Das Projekt ist Teil umfassenderer Pläne für eine Handelsplattform, die rund um die Uhr geöffnet ist, eine direkte Abwicklung ermöglicht und Stablecoins nutzt.

Europa setzt auf Infrastruktur

Obwohl an der Wall Street derzeit die meisten neuen Anwendungen entstehen, konzentriert sich Europa vor allem auf die zugrunde liegende Infrastruktur. Mit Projekten wie Appia und Pontes arbeitet die EZB an einem europäischen Netzwerk für den Handel und die Abwicklung von tokenisierten Wertpapieren im europäischen Zahlungssystem.

Neben der Infrastruktur verfügt Europa inzwischen auch über klare Regeln für die Tokenisierung. Dank MiCA und dem DLT-Pilotregime können Banken, Börsen und Vermögensverwalter innerhalb eines festen Rahmens mit tokenisierten Finanzprodukten experimentieren.

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