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Die Wall Street steht vor einer enormen Umwälzung. In den kommenden Jahrzehnten werden allein in den Vereinigten Staaten mehr als 60 Billionen Dollar an Vermögen an Millennials und die Generation Z übergehen.

Der sogenannte Great Wealth Transfer klingt auf dem Papier vor allem nach guten Nachrichten für Banken und Vermögensverwalter. In der Praxis setzt er die Branche jedoch unter Druck.

Junge Erben fühlen sich den traditionellen Beratern ihrer Eltern deutlich weniger verpflichtet. Sie sind mit Apps, Krypto, Private Markets und niedrigen Gebühren aufgewachsen. Daher haben sie eine andere Sichtweise auf Geld, Risiko und Geldanlagen.

Weniger Bindung an die Hausbank

Über Jahrzehnte beruhte Private Banking vor allem auf persönlichen Beziehungen. Familien blieben oft über Generationen hinweg bei derselben Bank, demselben Berater und demselben Vermögensverwalter.

Dieses Modell gerät unter Druck. Nach Angaben der Financial Times verloren traditionelle Banken und Vermögensverwalter zwischen 2022 und 2025 rund 1,5 Billionen Dollar an Vermögenswerten an jüngere Wettbewerber.

Das liegt daran, dass junge Vermögende häufiger selbst entscheiden wollen, schneller wechseln und ihr Geld auf mehrere Plattformen verteilen. Die Zeit einer einzigen festen Bank als zentraler Vertrauenspartner scheint vorbei zu sein.

Krypto und KI verändern die Präferenzen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Generationen zeigt sich bei den Anlagen. Fast die Hälfte der Millennial-Anleger besitzt Krypto, während die Anteile bei älteren Generationen deutlich niedriger liegen.

Auch Private Equity, Immobilien, Co-Investments und der Zugang zu privaten Unternehmen sind gefragt. Vor allem KI spielt dabei eine große Rolle.

Junge, vermögende Anleger wollen nicht nur Apple oder Microsoft kaufen. Sie wollen frühzeitig beim nächsten SpaceX, OpenAI oder Anthropic dabei sein.

Das zwingt Banken dazu, Produkte anzubieten, die früher vor allem professionellen Investoren oder großen Family Offices vorbehalten waren.

Banken suchen den Anschluss

Große Banken reagieren mit Krypto-Partnerschaften, Private-Markets-Plattformen, Finanzbildung für die Kinder ihrer Kunden und exklusiven Veranstaltungen.

Dazu gehören beispielsweise Networking-Veranstaltungen rund um die Formel 1, der Zugang zu privaten Aktien oder spezielle Programme für junge Erben.

Doch die Frage bleibt, ob das wirklich ausreicht. Für manche junge Anleger ist gerade die Tatsache, dass eine Großbank etwas anbietet, ein Grund, skeptisch zu werden. Sie wollen Schnelligkeit, niedrige Kosten, Kontrolle und ein digitales Erlebnis, das Apps wie Revolut, Wealthfront oder E-Trade ähnelt.

Deshalb investieren Banken Milliarden in Technologie und KI.

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