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Die Aktienmärkte machen am Freitag einen Teil ihrer Verluste wett, nachdem Sorgen über eine überhitzte KI-Rally Anfang der Woche deutliche Kursverluste ausgelöst hatten. Die Börsen in Asien notieren klar im Plus, auch die US-Futures signalisieren einen positiven Start in den Handelstag.

Auslöser ist ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht, der die Furcht vor weiteren Zinserhöhungen der Federal Reserve gedämpft hat. Zugleich steigt der Goldpreis den dritten Tag in Folge, während der Dollar gegenüber den meisten großen Währungen nachgibt.

Die US-Wirtschaft schuf im Juni lediglich 57.000 neue Stellen. Das liegt deutlich unter den rund 110.000, mit denen Ökonomen gerechnet hatten. Hinzu kam, dass die Beschäftigungszahlen der beiden Vormonate nach unten revidiert wurden. Das Bild eines robusten Arbeitsmarkts verliert damit weiter an Überzeugungskraft.

Die Arbeitslosenquote sank zwar auf 4,2 Prozent, doch das lag vor allem an einer niedrigeren Erwerbsquote. Weniger Amerikaner suchten aktiv nach Arbeit und werden deshalb in der offiziellen Statistik nicht mehr berücksichtigt. Für einen stärkeren Arbeitsmarkt spricht das nicht.

Für Anleger war der Arbeitsmarktbericht dennoch eine positive Nachricht. Kyle Rodda von Capital.com brachte es sinngemäß auf den Punkt: Schlechte Konjunkturdaten können für die Märkte mitunter hilfreich sein. Ein abkühlender Arbeitsmarkt verschafft der Federal Reserve mehr Spielraum, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen. Händler reduzierten ihre Erwartungen an weitere Zinserhöhungen, rechnen aber weiterhin mit mindestens einem Schritt im weiteren Jahresverlauf. Das stützte die Erholung an den Aktienmärkten und gab auch dem Goldpreis zusätzlichen Rückenwind.

Chipaktien führen Erholung in Asien an

In Asien trieben vor allem Chipaktien die Erholung an. Der südkoreanische Kospi, in diesem Jahr der stärkste große Aktienindex weltweit, legte nach einem volatilen Handelstag um fünf Prozent zu. Samsung Electronics gewann acht Prozent, nachdem berichtet worden war, dass das KI-Unternehmen Anthropic mit dem Konzern über die Produktion eines eigenen KI-Chips spricht. Auch der Speicherchiphersteller SK Hynix war gefragt und stieg um neun Prozent. Der breite MSCI Asia Pacific Index rückte um 1,8 Prozent vor. Auch US- und europäische Futures deuteten auf eine höhere Eröffnung hin.

Die Erholung folgt auf den stärksten zweitägigen Ausverkauf bei US-Chipaktien seit fast einem Monat. Der Philadelphia Semiconductor Index, der im vergangenen Quartal noch ein Rekordplus von 88 Prozent erzielt hatte, verlor am Donnerstag fünf Prozent. Über zwei Handelstage summierte sich das Minus auf zwölf Prozent.

Damit bleibt die Debatte über die hohen Bewertungen von KI-Aktien virulent. Tim Moe, Chef-Aktienstratege für Asien bei Goldman Sachs, hält die Aussichten für die Branche jedoch weiterhin für stark. Er erwartet, dass Hersteller von Speicherchips und Unternehmen in der KI-Lieferkette noch länger von der weltweiten Investitionswelle in künstliche Intelligenz profitieren können.

Nicht alle teilen diesen Optimismus. Fiona Yang, Fondsmanagerin bei Invesco, rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit stärkeren Schwankungen. Während der KI-Hype in der ersten Jahreshälfte nahezu alle Technologieaktien nach oben gezogen habe, dürfte sich nun zeigen, welche Unternehmen ihr Gewinnwachstum tatsächlich halten können, wenn die Produktionskapazitäten weiter ausgebaut werden.

Gold profitiert von nachlassenden Zinssorgen

Der Goldpreis stieg den dritten Handelstag in Folge und erreichte zwischenzeitlich 4.195,39 Dollar je Feinunze, ein Plus von bis zu 1,8 Prozent. Damit scheint das Edelmetall eine vierwöchige Verlustserie zu beenden. Der Anstieg folgt auf die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve gedämpft haben.

Goudprijs schiet omhoog
Goldpreis zieht kräftig an – Quelle: TradingView

Für Gold ist das günstig. Da das Edelmetall keine laufenden Zinsen abwirft, wird es attraktiver, wenn Anleger von niedrigeren oder stabilen Zinsen ausgehen. Auch andere Edelmetalle profitierten vom Stimmungsumschwung. Silber stieg um 2,4 Prozent auf 62,40 Dollar je Feinunze. Auch Platin und Palladium legten zu.

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