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Der Goldpreis steht stark unter Druck. Nachdem die Kurse monatelang gestiegen waren, fiel Gold in dieser Woche in Richtung der psychologisch wichtigen Grenze von 4.000 Dollar pro Unze. Dabei geschah etwas, was Analysten schon lange nicht mehr gesehen haben: Gold rutschte unter seinen 200-Tage-Durchschnitt und steht nun so tief darunter wie seit 2022 nicht mehr.
Der Rückgang folgt auf die steigende Inflation in den USA und eine neue Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran. Anleger fragen sich nun, ob die Korrektur nur vorübergehend ist oder ob Gold weiter auf 3.900 Dollar fallen könnte.
Normalerweise profitiert Gold von wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Inflation. Dieses Mal scheint der Markt anders zu reagieren.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,2 Prozent im Jahresvergleich, gegenüber 3,8 Prozent im Vormonat. Vor allem die Energiepreise trugen zu diesem Anstieg bei. Benzin wurde deutlich teurer, nachdem die Spannungen zwischen den USA und Iran erneut aufflammten.
Berichten zufolge führte das US-Militär neue Angriffe auf iranische Ziele durch. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in der Golfregion und kündigte an, die Straße von Hormus zu schließen. Dadurch schnellten die Ölpreise in die Höhe.
Für Anleger bedeutet dies ein schwieriges Dilemma. Höhere Inflation wäre normalerweise positiv für Gold. Gleichzeitig sinkt damit jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen bald senkt. Höhere Zinsen machen Gold weniger attraktiv, da es keine Rendite bietet.
Dies wiegt derzeit offenbar schwerer als die traditionelle Rolle von Gold als sicherer Hafen.
Auch technisch betrachtet sieht das Bild besorgniserregend aus.
Der Goldpreis fiel in dieser Woche durch die Unterstützung bei 4.100 Dollar und erreichte intraday ein Tief von 4.023 Dollar. Obwohl Käufer zurückkehrten und den Preis wieder in Richtung 4.100 Dollar anhoben, sehen viele Händler dies als wichtiges Warnsignal.
Auffälliger ist, dass Gold inzwischen deutlich unter seinen 200-Tage-Gleitenden Durchschnitt notiert. Auf der beigefügten Grafik ist zu erkennen, dass eine ähnliche Situation Ende 2022 mit einem wichtigen Tiefpunkt zusammenfiel. Danach folgte eine historische Rally, bei der sich der Goldwert mehr als verdoppelte.
Diesmal ist die Abweichung vom 200-Tage-Durchschnitt sogar größer als damals.

Die kommenden Tage sind entscheidend für die Stimmung.
Solange Gold unter 4.100 Dollar bleibt, rechnen technische Analysten mit einem weiteren Rückgang in Richtung 4.000 Dollar. Wenn auch dieses Niveau fällt, rückt 3.900 Dollar als nächstes Kursziel in den Fokus.
Von vollständiger Kapitulation kann jedoch noch keine Rede sein. Die schnelle Erholung von 4.000 Dollar zeigt, dass Käufer dieses Niveau vorerst entschlossen verteidigen. Zudem liegt in diesem Bereich auch eine bedeutende langfristige Unterstützung auf dem Wochenchart.
Für Anleger dreht sich alles um die Frage, ob die Inflation weiter ansteigt und wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt. Ein weiterer Anstieg der Ölpreise könnte den Druck auf die Federal Reserve erhöhen, die Zinsen länger hoch zu halten. Das könnte den Abwärtstrend für Gold verstärken.
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