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Die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten wurden heute Nachmittag um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen wenig Grund zur Zuversicht zu bieten. Die Inflation in den Vereinigten Staaten stieg im Mai auf den höchsten Stand seit über drei Jahren. Dennoch reagierte der Kryptomarkt bemerkenswert positiv. Der Bitcoin (BTC)-Kurs kletterte unmittelbar nach der Veröffentlichung um über ein Prozent und erreichte kurzzeitig fast 61.900 Dollar.
Die Erklärung liegt vor allem in der Kerninflation. Obwohl die Gesamtinflation hoch ausfiel, lagen die Kernzahlen unter den Erwartungen der Ökonomen. Dies sorgte für Erleichterung an den Finanzmärkten.
Laut neuen Zahlen des amerikanischen Bureau of Labor Statistics stieg der Verbraucherpreisindex (CPI) im Mai um 0,5 Prozent im Monatsvergleich. Auf Jahresbasis betrug die Inflation 4,2 Prozent, verglichen mit 3,8 Prozent im April. Damit liegt die Inflation erstmals seit April 2023 wieder über der Vier-Prozent-Marke.
Der Anstieg wurde vor allem durch höhere Energiepreise verursacht. Der Energieindex stieg im Mai um 3,9 Prozent, nachdem er bereits im April um 3,8 Prozent gestiegen war. Laut dem Bericht war Energie für mehr als sechzig Prozent des monatlichen Anstiegs der Gesamtinflation verantwortlich.
Auch Lebensmittel und Wohnkosten wurden teurer, allerdings in deutlich geringerem Maße.
Trotz der steigenden Inflation fokussierten sich Anleger vor allem auf die sogenannte Kerninflation. Diese schließt die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie aus und wird von der Federal Reserve genau beobachtet.
Der Core CPI stieg im Mai um 0,2 Prozent im Monatsvergleich. Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich lag die Kerninflation bei 2,9 Prozent, was den Erwartungen entsprach.
Dieser niedrigere Monatswert wurde von Anlegern als positives Signal wahrgenommen. Er deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Preisdruck weniger stark ansteigt als befürchtet. Unmittelbar nach der Veröffentlichung kletterte der Bitcoin-Kurs von etwa 61.000 Dollar auf fast 61.900 Dollar, ein Anstieg von über einem Prozent innerhalb weniger Minuten.

Die Reaktion zeigt, dass die Märkte derzeit der Kerninflation mehr Bedeutung beimessen als dem Gesamt-CPI. Eine niedrigere Kerninflation könnte den Druck auf die Federal Reserve verringern, die Zinsen länger hochzuhalten.
Dennoch sind die Zahlen nicht vollständig beruhigend. Mit einer Inflation von 4,2 Prozent liegt der Preisanstieg noch immer deutlich über dem von der Federal Reserve angestrebten Ziel von zwei Prozent. Zudem sorgen die stark gestiegenen Energiepreise für neue Unsicherheiten über den weiteren Inflationsverlauf.
Anleger werden daher in den kommenden Wochen genau auf Äußerungen von Fed-Vertretern achten. Die Frage ist, ob die Zentralbank ihre Pläne für zukünftige Zinssenkungen verschieben muss, falls die Inflation hoch bleibt.
Für den Kryptomarkt scheint die erste Reaktion jedenfalls klar zu sein: Die niedrigere Kerninflation gab den Anlegern genügend Vertrauen, um Risiken einzugehen, sodass Bitcoin unmittelbar nach der Veröffentlichung zulegen konnte.
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